Vielfalt und Teilhabe: Tafeln gegen Rassismus

Bei den Tafeln kommen die verschiedensten Menschen zusammen: Sie unterscheiden sich in ihrer wirtschaftlichen Lage, Herkunft, Bildung und Kultur, in Alter, Geschlecht und Lebenswelten. Als Orte der Begegnung möchten wir diese Vielfalt fördern. Deshalb setzen sich Tafeln gegen Rassismus ein und engagieren sich für eine offene Gesellschaft, an der jeder Mensch gleichberechtigt teilhaben kann.

Tafeln leben eine Kultur des gegenseitigen Respekts und der Vielfalt. Sie stehen Menschen offen, die Hilfe benötigen. Dabei zählt nicht, wo jemand herkommt, welche Lebensgeschichte er hat, wie alt er ist oder an welchen Gott er glaubt. Von 2015 bis 2018 erhielten bis zu 280.000 geflüchtete Menschen Lebensmittelspenden bei den Tafeln. Auch nach Beginn des Krieges gegen die Ukraine unterstützten fast alle Tafeln Geflüchtete in ihren Ausgabestellen.

Viele Geflüchtete engagieren sich inzwischen selbst ehrenamtlich bei den Tafeln, beispielsweise bei der Lebensmittel-Ausgabe oder als Übersetzerin und Übersetzer. Häufig kennen Tafel-Gäste, die aus anderen Ländern kommen, das Tafel-System nicht. Mehrsprachige Ansprechpersonen im Tafel-Team erleichtern den neuen Kundinnen und Kunden deshalb den Zugang.

Durch den persönlichen Kontakt mit den unterschiedlichsten Menschen und die gemeinsame Arbeit erhalten Tafel-Aktive zudem wertvolle Einblicke in verschiedenste Lebenswelten. Dieser Raum für Austausch und das gewonnene Verständnis füreinander helfen den Kundinnen und Kunden. So werden Tafeln zum Ort für Begegnungen, die alle Beteiligten bereichern.

Projekt „MOTIV“ fördert Teilhabe bei den Tafeln

Für viele Geflüchtete ist die Tafel eine der ersten Anlaufstellen in Deutschland. Sie erhalten hier nicht nur Lebensmittel, sondern knüpfen Kontakte, üben die deutsche Sprache und finden Unterstützung im Alltag. Das Projekt „MOTIV – Maßnahmen zur Offenheit der Tafeln für Interkulturelles und Vielfalt“ fördert Vielfalt und Teilhabe von Tafel-Aktiven sowie Tafel-Kundinnen und -Kunden mit verschiedenen Maßnahmen:

Tafeln gegen Rassismus: Gesicht zeigen für eine gerechte Gesellschaft

Seit 2016 unterstützt Tafel Deutschland die Internationalen Wochen gegen Rassismus als Partner. Mit Veranstaltungen und Online-Aktionen setzen Tafel-Aktive ein Zeichen für ein solidarisches Zusammenleben. Sie zeigen, dass bei den Tafeln alle willkommen sind, die andere respektieren und Vielfalt als Bereicherung verstehen. Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt haben bei den Tafeln keinen Platz.

Das interkulturelle Tafel-Team aus Barsbüttel

„Das internationale Miteinander ist für alle ein Gewinn.“

Die interkulturelle Zusammenarbeit hat mittlerweile Tradition: Seit 2015 engagieren sich geflüchtete Menschen bei der Barsbütteler Tafel. Sie helfen beim Einsammeln und Verteilen der Lebensmittel. Im Gegenzug finden sie Anschluss, eine Aufgabe und die Möglichkeit, ihr Deutsch zu üben. „Ohne die Hilfe der Geflüchteten, der Migrantinnen und Migranten wären wir in der Pandemie aufgeschmissen gewesen“, sagt Angelika Neumann, Schriftführerin der Barsbütteler Tafel.

Einstehen für 100 % Menschenwürde

Tafeln öffnen ihre Tür für Menschlichkeit: In den Ausgaben unterstützen die 60.000 Helferinnen und Helfer bis zu zwei Millionen Menschen unabhängig von Herkunft, Kultur, Geschlecht, Religion oder Alter. Während der Internationalen Wochen gegen Rassismus 2023 bekannten sich Tafel-Aktive auch in einer Online-Aktion zu 100 % Menschenwürde, die für alle Menschen gelten muss.