Solidarität mit den Ärmsten in Europa - Für den Fortbestand der europäischen Nahrungsmittelhilfe

18.10.2011 | Pressemitteilung | Politik

Der Bundesverband Deutsche Tafel e.V. und die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e. V. (BAGFW) haben gemeinsam mit französischen Nichtregierungsorganisationen eine Stellungnahme zum Erhalt des europäischen Nahrungshilfeprogramms erarbeitet. Am 20. und 21. Oktober beschließen die EU-Agrarminister im Europäischen Rat in Luxemburg über dessen Zukunft.

Aus dem Nahrungshilfeprogramm erhalten noch bis Jahresende rund 18 Mio. von Armut betroffene Menschen in der Europäischen Union überlebensnotwendige Nahrungsmittel. Die Nahrungsmittelhilfen werden jedoch zum Jahresende eingestellt, wenn es nicht noch gelingt, eine vom Europäischen Parlament eingeleitete Übergangslösung zu verabschieden.

„Die europäischen Staaten müssen gerade in Zeiten der Wirtschafts- und Finanzkrise Verantwortungsbewusstsein beweisen und alle Möglichkeiten zur Bekämpfung der Armut in den Mitgliedstaaten nutzen“, begründet Gerd Häuser die gemeinsame Initiative. Der Vorsitzende des Bundesverbandes Deutsche Tafel e.V appelliert darum zum wiederholten Mal an die deutsche Bundesregierung: „Die Nahrungsmittelhilfe bedeutet Solidarität mit den Ärmsten in Europa. Sie darf nicht gestrichen werden. Es ist es keinem sozial denkenden Bürger der EU zu vermitteln, warum unzählige Milliarden u.a. für die Rettung von Banken bereitgestellt werden, an den Schwächsten der EU aber gespart werden soll“, so Gerd Häuser. Auch wenn Deutschland keine Mittel aus dem EU-Nahrungshilfeprogramm beziehe, sei es von höchster Wichtigkeit, dass im Europäischen Rat eine Übergangslösung von deutscher Seite mitgetragen wird und die Weiterentwicklung der Nahrungsmittelhilfe auf den Weg gebracht werden kann. „Die Hilfsorganisationen in den am Programm beteiligten Ländern müssen ihre unverzichtbare Aufgabe fortführen können“, forderte der Verbandsvorsitzende. „Armut verschwindet nicht, wenn man die Hilfsangebote für Betroffene abschafft!“

Der Bundesverband Deutsche Tafel e.V. und die in der BAGFW zusammenarbeitenden Spitzenverbände wollen diesen Prozess für ein künftiges europäisches Armutsprogramm konstruktiv unterstützen.

Die ausführliche Stellungnahme finden Sie hier auf Deutsch und auf Französisch.