Zukunft

25 Jahre Tafel in Deutschland – und jetzt?

Im Jahr 2018 wird die Tafel-Bewegung in Deutschland 25 Jahre alt. Die erste Tafel wurde 1993 in Berlin gegründet. Seit dem ersten Tag setzen sich die größtenteils ehrenamtlichen Tafel-Aktiven dafür ein, wertvolle Lebensmittel vor der Vernichtung zu retten und damit bedürftigen Menschen zu helfen. So schaffen sie in einem der reichsten Länder der Welt eine Brücke zwischen Überfluss und Mangel.

Mit ihrer täglichen Arbeit helfen die Tafeln Menschen in akuten Notsituationen, bewirken aber noch mehr: Mit ihrem Engagement gestalten sie die Gesellschaft. Die Tafeln sind Nothelfer, Umweltschützerinnen, Aufklärer, Mahner, Sinnstifterinnen, Integrationsbeauftragte. Sie sorgen nicht nur für volle Mägen, sondern setzen sich auch für mehr Wertschätzung von Lebensmitteln ein – und für mehr Kenntnis über den richtigen Umgang mit ihnen. Sie lindern die Auswirkungen von Armut in einer reichen Gesellschaft und machen gleichzeitig auf die Themen und Belange derjenigen aufmerksam, die hier nur selten gehört werden. Und sie leben Integration – in einer Zeit, in der das Thema intensiv theoretisch diskutiert wird.

Jede und jeder der bundesweit mehr als 60.000 Tafel-Helferinnen und -Helfer setzt mit ihrer bzw. seiner Arbeit ein Zeichen: für mehr Solidarität und Mitmenschlichkeit und gegen sinnlose Verschwendung wertvoller Lebensmittel. Für ihren unermüdlichen Einsatz danken wir ihnen allen herzlich. Ebenso wie den vielen Spenderinnen und Spendern, Freunden und Unterstützerinnen und Unterstützern, die die Tafel-Arbeit seit 25 Jahren möglich machen.

Als ehrenamtliche Organisationen können die Tafeln die Auswirkungen von Armut nur lindern, nicht jedoch deren Ursachen beseitigen. Hier ist die Politik gefragt. Die Tafel Deutschland nutzt daher seit vielen Jahren jede Gelegenheit, um die Verantwortlichen aufzufordern, konkrete Maßnahmen gegen Armut und Lebensmittelverschwendung zu ergreifen.

Blick zurück – und nach vorne

Unter dem Motto: „Auch in Zukunft: Lebensmittel retten. Menschen helfen.“ blickt die Tafel Deutschland 2018 zurück auf ein Vierteljahrhundert Tafel-Bewegung - und schaut gleichzeitig nach vorne: auf künftige Chancen und Herausforderungen der Tafel-Arbeit. In diesem Jahr wird sich der Verband intensiv mit Schwerpunktthemen wie Generationenwechsel im Ehrenamt, digitaler Wandel bei den Tafeln, Entwicklungen im Spenderverhalten, dem Wirken der Tafeln in der Gesellschaft und der internationalen Ausrichtung der Tafel-Arbeit beschäftigen. Im Rahmen von drei Zukunftswerkstätten und einem abschließenden Zukunftskongress am 28. September 2018 in Berlin werden diese Themen verbandsintern diskutiert.

Gleichzeitig nutzen wir das Jubiläumsjahr, um die wichtige Arbeit der Tafeln in das Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit zu tragen: Mit kleineren und größeren Maßnahmen werden wir das Jahr begleiten. Wir freuen uns, wenn Sie mit dabei sind!