Bedingungslos für Kinder da sein

Im Spreewald paddeln, in der Ostsee baden oder im Harz wandern: Die Leipziger Tafel organisiert für Kinder der Tafel Ferienfahrten in der Natur. Ein ganz besonderes Erlebnis für die Kleinen.


Auf dem Weg zum Brocken © Leipziger Tafel e.V.

In den letzten Jahren stand bei den Ferienfahrten die Selbstversorgung im Vordergrund. Die Kinder sollten lernen, selbstständig zu wirtschaften und sich gesund zu ernähren. Oft fehle ihnen das Wissen dafür. Die Kinder aus sozial und wirtschaftlich benachteiligten Familien verbrachten Zeit in der Natur und gewannen Abstand vom Alltag in der Stadt. Sie seien leicht zu begeistern, berichtet Fahnert. „Die gemeinsamen Fahrten sind eine gute Anregung für sie. Wir machen Ernährung zum Erlebnis.“

Die Kinderprojekte werden von dem gesamten Tafel-Team geprägt. Alle packen bei der Vorbereitung mit an: Sie sammeln Lebensmittel zusammen, packen warme Sachen mit ein und manchmal werden sogar Wollsocken für die Kinder gestrickt. „Manche Kinder kommen nur mit dünnen Stoffturnschuhen zu Winterfreizeiten in der Natur“, erzählt Karin Fahnert. „Während der Freizeiten sollen die Kinder alle Sorgen hinter sich lassen. In der Zeit sind wir für sie bedingungslos da.“

Feriencamp am Plätlinsee © Leipziger Tafel e.V.

"Die Kinder erzählen heute noch begeistert von der Wanderung."

In den Winterferien machten die Ehrenamtlichen mit den Kindern eine Wanderung zum Brocken. Vorher kochten sie gemeinsam eine Kartoffelsuppe, die sie während der Wanderung am Feuer verzehrten. „So gut hat ihnen wohl noch nie eine Kartoffelsuppe geschmeckt.“ Zum Frühstück bereiteten sie zusammen Porridge zu. Zu Beginn waren die Haferflocken mit dem Obst nichts für die Kinder, doch schon am zweiten Tag fragten sie, ob sie es nicht wieder zubereiten könnten. Nach den Fahrten wird Karin Fahnert nach den Rezepten gefragt.

Die Eltern nehmen das Angebot der Tafel gerne an. Sie sind sehr dankbar und so richtig glücklich über das abwechslungsreiche Ferienangebot für ihre Kinder. Die positive Resonanz von Eltern und Kindern zeigt den Ehrenamtlichen, wie wichtig ihre Arbeit ist.

Die Kinder kommen voller neuer Erlebnisse von den Fahrten in der Natur zurück. Eyad Abushi (12) berichtet seinen Eltern stolz: „So viel Schnee habe ich noch nie gesehen. Und so viel bin ich noch nie gelaufen. Ich war so platt. Aber es war so toll.“ Leonie Schreiber (12) erzählt: „Zum Frühstück machen wir immer auch meine Lieblings-Pancakes. Die kann ich jetzt auch selbst!" Fahnert freut sich, dass die Ausflüge so lange nachwirken. „Die Kinder erzählen heute noch begeistert von der Wanderung.“ Es entstehen richtige Freundschaften. Nach den Fahrten veranstalten die Ehrenamtlichen für die Kinder auch ein Museumsprojekt. Die Kinder sind daran interessiert, weil sie alles mögen, was von ihrem Tafel-Ferienteam organisiert wird.


Die Leipziger Tafel ist seit 1996 für bedürftige Menschen in und um Leipzig aktiv. Etwa 95 Mitarbeiter, davon 70 Ehrenamtliche, unterstützen als Zuhörer, Berater, Helfer und Freund. Sie retten jährlich über 3500 Tonnen Lebensmittel und geben diese an ihre Kunden weiter. Monatlich kommen etwa 15.000 Bedürftige zur Leipziger Tafel, davon sind etwa 40 Prozent Kinder und Jugendliche.