Tafel Deutschland fordert Gesetz gegen Lebensmittelverschwendung

Foto: Dagmar Schwelle

Das UN-Nachhaltigkeitsziel 12.3 sieht vor, die Lebensmittelverschwendung bis 2030 zu halbieren. Diesem Ziel hat sich auch die Bundesregierung verschrieben. Dennoch landen unverändert jährlich 12 bis 18 Millionen Tonnen Lebensmittel in Deutschland im Müll. Weltweit sind es 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel pro Jahr. Statistisch gesehen sind das alle Lebensmittel, die von Januar bis Mai produziert werden. Der Tag der Lebensmittelverschwendung am 2. Mai macht auf diese Verschwendung aufmerksam. Der Dachverband der Tafeln fordert von der Bundesregierung verbindliche gesetzliche Maßnahmen, die sowohl Hersteller als auch den Lebensmittelhandel sowie Privatverbraucherinnen und -verbraucher adressieren sollen.

Drei Punkte sollten gesetzliche Regelungen aus Sicht der Tafeln umfassen, damit sie effektiv gegen Lebensmittelverschwendung wirken:

  1. Lebensmittelspenden müssen rechtssicher sein sowie vereinfacht und steuerlich begünstigt werden – sowohl für Hersteller und Erzeuger wie auch für den Lebensmittelhandel. Alle beteiligten Akteure müssen dafür gemeinsam beraten.
  2. Gemeinnützige, spendenempfangende Organisationen wie die Tafeln müssen finanziell durch den Staat unterstützt werden, um die notwendige Infrastruktur durch Lager und Transport bereitstellen, anpassen und unterhalten zu können.
  3. Verbraucherinnen und Verbraucher müssen mit einer umfassenden Bildungskampagne über Maßnahmen gegen Verschwendung aufgeklärt werden.

Die Tafeln arbeiten seit vielen Jahren mit dem Lebensmittelhandel zusammen. Insgesamt entstehen hier etwa vier Prozent der Überschüsse. Deutlich mehr bleibt bei Lebensmittelherstellern und -erzeugern übrig. Die Tafeln müssen ihre Infrastruktur deshalb dringend weiter ausbauen und anpassen, um noch größere Mengen direkt von den Herstellern retten, zwischenlagern und in bedarfsgerechten Portionen an einzelne Tafeln weiterverteilen zu können. 

Besonders angesichts der aktuellen Herausforderungen und teils deutlich sinkender Lebensmittelspenden in den einzelnen Tafeln ist es dramatisch, wenn die Tafeln keine Lager- oder Transportkapazitäten haben, um alle angebotenen großen Spenden von Herstellern annehmen und weitergeben zu können und diese stattdessen vernichtet werden müssen.