Richtigstellung zur Aufgabe der Tafel Deutschland bei der Kooperation mit der LDGG Immobilien GmbH

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Als gemeinnützige Organisation ist der verantwortungsvolle, nachprüfbare Umgang mit Spenden die Grundlage unserer Arbeit.

Die Vereinbarung, die Tafel Deutschland mit der LDGG Immobilien GmbH geschlossen und am 5.5.2022 gekündigt hat, besagte, dass Tafel Deutschland die von LDGG bereitgestellten Urlaube in ihren Ferienwohnungen an Tafel-Kundinnen und -Kunden sowie an Ehrenamtliche vermittelt und LDGG deren Kontaktdaten weiterleitet. Die Anzahl der Urlaube sollte sich laut Vereinbarung aus freien Kapazitäten und einem finanziellen Überschuss ergeben, den die LDGG-Kundinnen und -Kunden bei ihrer Buchung freiwillig zahlen können.

Eine Verwaltung der Gelder haben wir, anders als u.a. in LDGG-Geschäftsführer Fynn Kliemanns Instagram-Video vom 4.5.2022 und auf der Website ldgg.de dargestellt, zu keinem Zeitpunkt übernommen.

Die gesamte externe Kommunikation, u.a. auf der Website ldgg.de, wurde – anders als in unserer Vereinbarung festgehalten – nicht mit uns abgestimmt und entsprach in weiten Teilen nicht dem Inhalt der Kooperationsvereinbarung.

Für uns als gemeinnützige Organisation ist damit das Vertrauen für die Zusammenarbeit beschädigt und wir sehen keine ausreichende Transparenz denjenigen Menschen gegenüber, die freiwillig mehr Geld für ihre Urlaube bezahlt hatten.


Zur Spende der „Soli-Zuschläge“

Fynn Kliemann hat am 5.5.2022 in einem Video auf Instagram erklärt, die über den „Soli-Zuschlag“ eingenommenen 10.640,85 Euro an Tafel Deutschland gespendet zu haben. Darüber waren wir vorab nicht informiert. Wir haben LDGG bereits schriftlich mitgeteilt, dass wir die Spende ablehnen müssen. Die Gelder hat LDGG mit einer klaren Zweckbindung gesammelt: Sie sollten armutsbetroffenen Menschen Übernachtungen in einer Ferienwohnung ermöglichen. Die Gelder hatte LDGG nicht gesammelt, um eine zweckfreie Spende an Tafel Deutschland zu tätigen. Uns liegen keine Informationen dazu vor, ob die Menschen, die den Mehrbetrag an die LDGG gezahlt hatten, diesen an Tafel Deutschland spenden möchten. Den Wunsch der Spenderinnen und Spender sowie das Vertrauen in uns als gemeinnützige Organisation nehmen wir ernst.

Den Spendenzweck von Urlauben für armutsbetroffene Menschen können wir ohne die Kooperationsvereinbarung nicht erfüllen, da Tafel Deutschland weder Urlaube organisiert noch selbst Feriengrundstücke verwaltet.


Unser Fazit

Die Idee, armutsbetroffenen Menschen kostenlose Urlaube zu ermöglichen, finden wir als Signal gut und wichtig: Wer kaum genug Geld für den Alltag hat, kann sich einen Urlaub erst recht nicht leisten. Menschen, die über längere Zeit in Armut leben, haben jedoch ein höheres Risiko für verschiedene physische und psychische Krankheiten und könnten eine Auszeit daher besonders gut gebrauchen.

Tafel Deutschland hofft, dass die Erfahrungen der vergangenen Wochen sowohl Fynn Kliemann als auch die Öffentlichkeit für die Situation armer Menschen sensibilisiert haben.

Wir wünschen allen Menschen von Herzen ein Leben in Würde und ohne Existenzangst. Deshalb setzt sich Tafel Deutschland bei der Politik u.a. für deutlich höhere Regelsätze von mindestens 600 Euro pro Monat bei ALG II und Grundsicherung im Alter ein. Armut lässt sich nur über politische Maßnahmen nachhaltig bekämpfen.