Ohne Ehrenamt keine Tafel

2 ehrenamtliche Tafel-Helfer laden Spenden aus einem Transporter aus.

Foto: Philip Wilson

Sie retten Lebensmittel vor der sinnlosen Verschwendung und unterstützen damit Menschen, die wenig Geld haben: 60.000 Tafel-Aktive engagieren sich bundesweit in über 960 Tafeln; 90 Prozent von ihnen arbeiten ehrenamtlich. Das freiwillige Engagement ermöglicht die Tafel-Arbeit überhaupt erst – die vielen helfenden Hände tragen die Tafel-Bewegung. Zum Tag der Anerkennung von Freiwilligen dankt Tafel Deutschland allen aktiven und ehemaligen Tafel-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern für ihren wichtigen Einsatz gegen Armut und Verschwendung!

Ehrenamtliches Engagement unter herausfordernden Bedingungen

Zwei Jahre Engagement unter Pandemie-Bedingungen, nun kommen die Folgen der Inflation und des Krieges in der Ukraine hinzu: Angesichts der aktuellen Herausforderungen verdient das Ehrenamt besondere Wertschätzung.

Immer mehr Menschen bitten die Tafeln um Hilfe, darunter sowohl Geflüchtete aus der Ukraine als auch Menschen, die wegen der steigenden Preise nicht mehr über die Runden kommen. Gleichzeitig erhalten die meisten Tafeln deutlich weniger Lebensmittelspenden – in Extremfällen wie in Frankfurt am Main um die 70 Prozent weniger. Die Energie- und Spritkosten belasten die Tafeln zusätzlich, denn sie können weder auf die Fahrten zu spendenden Unternehmen noch auf den Betrieb ihrer Kühlzellen verzichten. Trotz der vielen Herausforderungen helfen die Tafel-Aktiven so viel wie möglich.

Tafeln sind ein gemeinnütziges Zusatzangebot, keine staatlichen Vollversorger

Tafel Deutschland kann in dieser angespannten Lage nicht nachvollziehen, warum Behörden in vielen Städten Geflüchtete zu den Tafeln schicken, statt die Zeit bis zur Auszahlung der ersten Sozialleistungen beispielsweise mit Gutscheinen oder Wertschecks zu überbrücken. Wir erhalten keine staatliche Unterstützung und können daher keine staatlichen Aufgaben wie die Grundversorgung der Menschen übernehmen. Lebensmittel der Tafeln sind immer nur ein Ergänzung und ersetzen keine kompletten Einkäufe.

Deshalb fordert Tafel Deutschland die Bundesregierung auf, armutsbetroffene Menschen sofort mit regelmäßigen Sonderzahlungen zu unterstützen und die Regelsätze für Arbeitslosengeld II und die Grundsicherung im Alter dauerhaft auf mindestens 600 Euro anzuheben. Weitere Forderungen zur Bekämpfung von Armut lesen Sie in unserem Blog.


Tafeln sind aktuell so gefordert wie nie – helfen Sie jetzt!

Möchten Sie die Tafel-Kundinnen und -Kunden in diesen schwierigen Zeiten unterstützen? Dann wenden Sie sich gerne an die Tafel in Ihrer Nähe und spenden Sie Geld oder haltbare Lebensmittel. Gerne können Sie sich auch ehrenamtlich engagieren. Die Kontaktdaten finden Sie in unserer Tafel-Suche. Herzlichen Dank!