Tafel Deutschland zum Gesetz gegen Lebensmittelverschwendung

© Nikolaus Urban | Tafel Deutschland e.V.

Die Tafel Deutschland begrüßt die wichtige gesellschaftliche und politische Debatte zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung und die Auseinandersetzung mit einer möglichen gesetzlichen Regelung in Deutschland. Die Tafeln stehen hinter dem ambitionierten Ziel der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung, Lebensmittelverschwendung bis 2030 zu halbieren, dem sich die Bundesregierung verschrieben hat.

Seit mehr als 25 Jahren leisten die über 940 Tafeln einen bedeutenden Beitrag gegen Lebensmittelverschwendung. Die 60.000 Helferinnen und Helfer retten 264.000 Tonnen Lebensmittel im Jahr und geben sie an 1,5 Millionen Bedürftige weiter.

Die Tafel Deutschland fordert, dass die gesamte Wertschöpfungskette in den Blick genommen wird. Relevante Mengen an einwandfreien Lebensmitteln werden auch bei der Herstellung oder in den Privathaushalten verschwendet. Eine mögliche Verpflichtung oder ein steuerlicher Anreiz zur Abgabe von überschüssigen Lebensmitteln für den Handel setzt ein wichtiges Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung, fasst ohne begleitende Maßnahmen aus Sicht der Tafel Deutschland jedoch zu kurz und nimmt nur einen Akteur der Wertschöpfungskette in den Blick.

Eine staatliche Unterstützung zur Grundfinanzierung der Tafel-Arbeit sieht die Tafel Deutschland als Voraussetzung, um zukünftig noch mehr überschüssige Lebensmittel durch Tafeln flächendeckend zu retten und an Bedürftigen weiterzugeben. Neben Lebensmittel- und Warenspenden benötigen die Tafeln auf Bundes- und Landesebene finanzielle Mittel, um Logistik, regionale Verteilung, Lager- und Kühlkapazitäten auszubauen und auch hauptamtlich zu koordinieren. Vor Ort müssen laufende Kosten wie Miete, Fahrzeuge, Reparaturen und Verwaltungsinfrastruktur gedeckt werden.

Die Tafel Deutschland fordert:

  • Die Gesamte Wertschöpfungskette mit konkreten Maßnahmen und Zielen einbeziehen, um Lebensmittelverschwendung weiter zu reduzieren
  • Hürden wie Produkthaftung und Besteuerung bei der Weitergabe von Lebensmitteln abbauen
  • Aufklärungsarbeit leisten (Ernährungsbildung auf Lehrplänen, Verbraucherinnen und Verbraucher weiter über das Mindesthaltbarkeitsdatum aufklären)
  • Wertschätzung von Lebensmitteln in der Gesellschaft fördern
  • Staatliche Unterstützung zur Grundfinanzierung der Tafel-Arbeit

Wenn diese Forderungen umgesetzt werden, begrüßt die Tafel Deutschland die Einführung eines Lebensmittelverschwendungsgesetzes, um in Zukunft noch mehr Lebensmittel zu retten und an Bedürftige weiterzugeben.

Die Stellungnahme finden Sie hier.

Zur Pressemitteilung zum Tag der Lebensmittelverschwendung gelangen Sie hier.

 

Zurück