Mangelnde Wertschätzung für Lebensmittel hat schwere Folgen

© M. Wüstenhagen | Tafel Deutschland e. V.

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Bis zu 18 Millionen Tonnen Lebensmittel werden allein in Deutschland jedes Jahr vernichtet, obwohl sie zum Großteil noch genießbar wären. Das steht im starken Kontrast zu den mindestens 13,7 Millionen armen Menschen hierzulande, für die eine gesunde, ausgewogene Ernährung häufig zu teuer ist. So können sich beispielsweise 22,7 Prozent aller armutsgefährdeten Menschen nicht einmal jeden zweiten Tag eine vollwertige Mahlzeit leisten, wie das Statistische Bundesamt ermittelt hat.

Deshalb unterstützt der Dachverband zum Welternährungstag am 16. Oktober das Anliegen der FAO: Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen fordert quantitative und qualitative Lebensmittelsicherheit – jeder Mensch soll jeden Tag ausreichend gesunde Speisen zu sich nehmen können. Dadurch lassen sich unter anderem Krankheiten und Mangelerscheinungen vermeiden.

Die über 940 Tafeln leben die Wertschätzung für Lebensmittel bereits: Sie retten jedes Jahr 265.000 Tonnen hauptsächlich frischer Waren davor, sinnlos verschwendet zu werden, und geben sie an Bedürftige weiter. Das allein reicht jedoch nicht aus, damit Deutschland die Ziele der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung erreicht. Diese strebt unter anderem an, Hunger weltweit zu beenden und die Lebensmittelverschwendung in Deutschland zu halbieren.

Dazu ist ein gesamtgesellschaftliches Umdenken beim Umgang mit Nahrungsmitteln nötig. Tafel Deutschland klärt deshalb Verbraucher, Händler und Produzenten über das Mindesthaltbarkeitsdatum auf. Ist dies überschritten, sind die Lebensmittel längst nicht automatisch verdorben. Ob sie noch genießbar sind, finden Verbraucher schnell heraus, indem sie Aussehen, Geruch, Konsistenz und Geschmack selbst prüfen. Der Dachverband hat weitere Tipps zusammengestellt, was jeder gegen Lebensmittelverschwendung unternehmen kann.

 

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