Tafel Deutschland fordert: Rentenpunkte für das Ehrenamt

© Monique Wüstenhagen | Tafel Deutschland e.V.

Heute stimmt der Bundestag über das Renten­paket der Bundesregierung ab. Mitberaten und abgestimmt werden zudem Anträge einzelner Bundestags-Fraktionen.

„Wir fordern die Bundesregierung und die im Bundestag vertretenen Fraktionen auf, jetzt die Weichen zu stellen und jahrelanges ehrenamtliches Engagement zukünftig mit Rentenpunkten zu honorieren“, sagte Jochen Brühl, Vorsitzender von Tafel Deutschland mit Blick auf die morgige Debatte im Bundestag.

Über 14 Millionen Menschen in Deutschland engagieren sich in unterschiedlichsten Bereichen für eine bessere Gesellschaft. „Wer sich nachweislich über viele Jahre ehrenamtlich engagiert hat, soll künftig zusätzliche Rentenpunkte erhalten. Durch ihr großartiges Engagement sind Millionen ehrenamtlich tätige Menschen der Kitt unserer Gesellschaft. Ihr Engagement verdient mehr Anerkennung durch konkrete politische Maßnahmen!“

Zeiten ohne Berufstätigkeit oder eigene Beitragszahlung wirken sich bereits in anderen Bereichen positiv auf den Rentenanspruch aus, beispielsweise Zeiten für Pflege und Kindererziehung. Das sollte auch für das Ehrenamt gelten.

Das Ehrenamt ist starken Veränderungen unterworfen. Längere Lebensarbeitszeit und straffere Ausbildungswege sind nur zwei Gründe, warum das ehrenamtliche Engagement zunehmend unter Druck steht. Deshalb braucht das Ehrenamt neue Anreize, um wichtige Tätigkeitsfelder besonders auch für zukünftige Generationen von Ehrenamtlichen attraktiv zu gestalten. Eine Besserstellung in der Rentenversicherung durch Rentenpunkte wäre eine konkrete Maßnahme zur Anerkennung der ehrenamtlichen Leistungen und zur Gewinnung ehrenamtlichen Nachwuchses.

Die etwa 60.000 Ehrenamtlichen bei den Tafeln sind über 24 Millionen Stunden pro Jahr im Einsatz. Sie retten Lebensmittel und geben sie an Bedürftige weiter. Ihr Einsatz hat einen finanziellen Gegenwert von jährlich 216 Millionen Euro.

„14 Millionen Engagierte investieren einen außerordentlich großen Teil ihrer verfügbaren Zeit in das Ehrenamt und tragen ebenso große Verantwortung auf ihren Schultern. Mir möchten, dass ihr Engagement auch vom Staat den notwendigen Rückhalt erhält und fordern deshalb in unserer Petition die "Rentenpunkte für das Ehrenamt"  einzuführen. Wir würden uns freuen, wenn möglichst viele Menschen unsere Forderung mittragen und die Petition unterzeichnen“, so Brühl weiter.


Weitere Informationen, Werbematerialien und die Unterschriftenlisten zur Petition finden Sie hier.