Dringender Handlungsbedarf bei der Beseitigung von Armut

© Valentina Novikova | Tafel Deutschland e.V.

In Deutschland sind laut Statistischen Bundesamt 16 Prozent der Menschen von Armut betroffen. 1,5 Millionen der Bedürftigen werden von Tafeln unterstützt. Diese Zahlen steigen seit Jahren kontinuierlich an.

Armut trifft inzwischen erwerbslose und erwerbstätige Personen. Sie trifft viele Familien, besonders Alleinerziehende und deren Kinder. Sie trifft Menschen im Alter, bei denen die Rente nicht ausreicht. Sie trifft Menschen mit Migrationshintergrund, die zu einem wesentlich höheren Anteil als der Durchschnitt der Bevölkerung von geringen Einkommen, unterbrochenen Erwerbsbiographien und Arbeitslosigkeit betroffen sind.

Zusammen mit dem Deutschen Caritasverband, der Diakonie Deutschland, dem Paritätische Gesamtverband und dem Arbeiterwohlfahrt Bundesverband hat Tafel Deutschland die gemeinsame Erklärung „Soziale Gerechtigkeit schaffen - Gemeinsam gegen Armut und Ausgrenzung“ verabschiedet. In ihr fordern die Verbände die Bundesregierung und die im Bundestag vertretenen Parteien auf, ihren Beitrag für ein sozial gerechtes Deutschland zu leisten.

„Vor über 25 Jahren erklärten die Vereinten Nationen den 17. Oktober zum Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut, um den ausgegrenzten und notleidenden Menschen Gehör zu verschaffen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Seit nunmehr 25 Jahren gibt es die Tafeln und Jahr für Jahr steigt die Anzahl der Menschen, die von Tafeln unterstützt werden. Die Politik scheint tatenlos, die Gesellschaft wenig schockiert. Politik wie Gesellschaft müssen endlich aufwachen. Es ist ein Skandal, dass in einem reichen Land wie dem unseren Menschen auf Tafeln angewiesen sind. Ich frage mich, weshalb die Tatsache, dass in Deutschland Millionen von Menschen von Armut betroffen und bedroht sind, nicht eine ebenso große Welle der Empörung auslöst, wie drohende Dieselfahrverbote. Wir brauchen ein sozial gerechtes Deutschland, jetzt!“, sagte Jochen Brühl weiter.

Protestieren Sie gegen Armut und Lebensmittelverschwendung: #tellerprotest