Zeit, zu handeln!

Das Sozialmobil der Wuppertaler Tafel. Foto: Thekla Ehling

Tag für Tag, Woche um Woche, Monat um Monat – bei den Tafeln suchen rund 1,5 Millionen Menschen Unterstützung – mit steigender Tendenz, trotz Konjunktur- und Wirtschaftshoch. Erwachsene im erwerbsfähigen Alter, Rentner, Familien mit mehreren Kindern, Alleinerziehende. Sie kommen zur Tafel, da sie den größten Teil ihres Einkommens für die Sicherung elementarer Lebensbedürfnisse aufwenden müssen.

Am heutigen internationalen Tag zur Beseitigung der Armut ruft der Bundesverband die Politik erneut zum Handeln auf. In Deutschland leben Millionen Menschen an oder unter der Armutsgrenze. Damit muss Schluss sein!

Als besonders armutsgefährdet gelten Alleinerziehende und Rentner: Die Zahl der Alleinerziehenden, die die Tafel aufsuchen, ist in den letzten Jahren stark angestiegen. Häufig sind es Frauen. Die Gründe liegen auf der Hand: Sie kümmern sich um die Kinder, setzen ihren Beruf aus, kehren in Teilzeit zurück. Folgt eine Scheidung oder Trennung zu ihrem Mann, rutschen viele Frauen in die Armutsfalle.

Der Anteil älterer Menschen unter den Tafel-Kundinnen und -Kunden hat sich innerhalb weniger Jahre verdoppelt – und noch gibt es vergleichsweise wenige Rentnerinnen und Rentner, die unter oder an der Armutsgrenze leben müssen. Doch durch die geplante schrittweise Senkung des Rentenniveaus wird die gesetzliche Rente bei vielen trotz lebenslanger Arbeit nicht mehr ausreichen, um den Lebensstandard zu sichern. Experten prognostizieren einen erheblichen Anstieg der Altersarmut.

Der Bundesverband Deutsche Tafel e.V. fordert von der Politik ein konkretes Angebot für die armen und armutsgefährdeten Menschen in Deutschland. Eine echte Unterstützung, die sich an ihrer jeweiligen Lebensrealität orientiert. Heute, nicht irgendwann.