Tafeln meistern Flüchtlingskrise durch niederschwellige Soforthilfe

(Foto: Bundesverband Deutsche Tafel)

Staat darf Ehrenamt nicht überstrapazieren

Die Ergebnisse der Tafel-Umfrage 2016 bestätigen einen erneuten Kundenanstieg bei den Tafeln um 18 Prozent. Aktuell unterstützen die über 900 Tafeln bundesweit zusätzlich etwa 280.000 Flüchtlinge. Diese Zahl obliegt starken Schwankungen. Die Warenspenden sind im gleichen Zeitraum um etwa 10 Prozent gestiegen.

„Trotz angestiegener Spendenmenge bekommt jeder Einzelne im Durchschnitt etwas weniger Lebensmittel“, bestätigt der Bundesvorsitzende der Tafeln, Jochen Brühl. „Dennoch hat sich die vormals zum Teil angespannte Situation bei den Tafeln weiter entspannt. Die Menschen kommen zu uns, um Lebensmittel zu erhalten und Kontakte zu knüpfen. Tafeln sind zu einem zentralen Motor der Integration geworden.“

Viele Anfangsschwierigkeiten konnten mittlerweile behoben werden. Vor allem Sprach- und Verständigungsprobleme machten den Tafeln zu schaffen. Durch den Einsatz von Dolmetschern oder mehrsprachigem Informationsmaterial konnte Abhilfe geschaffen werden. Besonders die Einbindung von Flüchtlingen und Menschen mit Migrationshintergrund in die Tafel-Arbeit ist für beide Seiten ein Gewinn. Mittlerweile helfen in 40 Prozent der Tafeln Flüchtlinge als Ehrenamtliche oder als Bundesfreiwillige mit. Tendenz steigend.

„Mit Sorge beobachten wir jedoch die Versuche von außen, einen Keil zwischen die Ärmsten in diesem Land zu treiben. Armut in Deutschland ist längst zum Dauerzustand geworden. Verliert die Regierung die Ärmsten weiter aus ihrem Blickfeld, droht der gesellschaftliche Unfriede. Tafeln leisten niederschwellige Soforthilfe und fördern die Integration. Unsere Angebote dürfen seitens der Politik jedoch nicht länger überstrapaziert werden.“

Zurück