Die Armut der Alleinerziehenden

Die etwa 2,3 Millionen Kinder von Alleinerziehenden in Deutschland sind deutlich häufiger von Armut bedroht als Kinder in Paarfamilien. Die aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung zeigt, dass mehr als ein Drittel aller Alleinerziehenden (37,6 Prozent) auf Hartz-IV-Leistungen für ihre Familien angewiesen sind. Bei den Tafeln liegt der Anteil der Kinder und Jugendlichen bei etwa 24 Prozent. Das sind aktuell mehr als 350.000 junge Menschen. Die Mehrzahl dieser Kinder ist auf die Tafeln angewiesen, da sie von einem Elternteil erzogen werden oder aus kinderreichen Familien stammen.

„Die jüngste Meldung zur Armut von Alleinerziehenden kann längst niemanden mehr überraschen. Es gibt in unserem Land sehr viele Verlierer, darauf weisen die Tafeln als Seismograph für gesellschaftliche Entwicklungen seit mehr als 20 Jahren hin. Armut kann nur sinnvoll bekämpfen, wer davor die Augen nicht verschließt. Deshalb muss die oberste Prämisse für die Politik lauten: Nachhaltige Verbesserung von Lebenschancen – statt konsequent wegzusehen. Damit wäre endlich Millionen Menschen geholfen,“ sagt der Vorsitzende des Bundesverbandes Deutsche Tafel e.V. Jochen Brühl.

Der Bundesverband Deutsche Tafel setzt sich gegenüber der Politik dafür ein, dass genügend qualifizierte Kinderbetreuungsmöglichkeiten bereitgestellt werden, um Eltern die (Voll-)Erwerbstätigkeit zu ermöglichen. Weiterhin muss der grundlegende finanzielle Bedarf zur Absicherung des finanziellen Existenzminimums und der gesellschaftlichen Teilhabe aller Kinder und Jugendlichen gewährleistet sein.

Auf dem Armutskongress des Paritätischen wird Jochen Brühl am 08.07. zum Thema Armut im Überfluss sprechen und der Frage nachgehen, warum Tafeln überhaupt notwendig sind. Studien wie die der Bertelsmann-Stiftung unterstreichen das Erfordernis ehrenamtlichen Engagements im Sozialbereich. Infos zu Programm und Anmeldung unter: www.armutskongress.de.


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