Nicht jeder fastet freiwillig

Berlin, den 10.02.2016. Anlässlich der heute beginnenden Fastenzeit zeigt sich der Bundesverband Deutsche Tafel e.V. besorgt über die starke Zunahme der Altersarmut in Deutschland. Die Zahl der Rentner bei den Tafeln hat sich innerhalb weniger Jahre mehr als verdoppelt. Während im Jahr 2007 etwa 12 Prozent der Tafel-Kunden im nacherwerbstätigen Alter waren, ist die Zahl der Rentner laut aktueller Tafel-Umfrage auf knapp 24 Prozent angestiegen. 

„Nicht jeder Mensch in Deutschland fastet in diesen Tagen freiwillig. Es ist erschreckend, dass der Verzicht auf bestimmte Nahrungs- oder Genussmittel für Millionen von Menschen eben nicht nach 40 Tagen endet. Für viele sind Entbehrungen längst zum Dauerzustand geworden. Lange Jahre galt die soziale Absicherung im Alter als eine der wichtigsten Errungenschaften des Sozialstaates. Ein Blick in den Tafel-Alltag zeigt: Etwa 360.000 Rentner suchen bereits jetzt Hilfe bei den Tafeln. Entwickelt die Politik keine Lösungen zur Bewältigung der Altersarmut, könnten in wenigen Jahren weit über eine halbe Million ältere Menschen auf die Unterstützung der Tafeln angewiesen sein, so der Vorsitzende des Bundesverbandes Deutsche Tafel e.V., Jochen Brühl.

Der Bundesverband Deutsche Tafel e.V. bekräftigt die Forderungen an die Bundesregierung, armutsfeste Renten einzuführen und einen unabhängigen Armutsbeauftragten zu berufen, der die Bekämpfung der Armut strategisch vorantreibt.


Pressekontakt

Stefanie Bresgott

Tel.: (030) 200 597 6–15

E-Mail: bresgott@tafel.de


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