Gesunde Lebensmittel für Bedürftige

Foto: Wolfgang Borrs, Berlin

Am Tag der gesunden Ernährung erinnert der Bundesverband Deutsche Tafel e.V. daran, dass gerade Menschen, die an der Armutsgrenze leben, sich häufig nicht ausgewogen ernähren können und deshalb häufiger an ernährungsbedingten Gesundheitsproblemen leiden. „Gesunde Ernährung ist eine Frage des Geldes, aber auch des Ernährungswissens. Das sehen wir jeden Tag in den Tafeln“, sagt Jochen Brühl, Vorsitzender des Bundesverbands Deutsche Tafel. Durch Lebensmittelspenden helfen die Tafeln Armutsbetroffenen, öfter auch Obst und Gemüse auf den Tisch zu bringen und sich ausgewogener zu ernähren.

Da zudem zahlreiche Studien auf den Zusammenhang zwischen der sozio-ökonomischen Stellung und Ernährungsgewohnheiten sowie damit einhergehenden Gesundheitsproblemen hinweisen, bieten viele Tafeln auch Kochkurse für Tafel-Nutzer an. „Wir erleben immer wieder, dass Tafel-Nutzer nicht wissen, wie man Brokkoli verarbeiten kann und Kinder, die denken, dass Schnitzel in einer Fabrik hergestellt werden“, erklärt Brühl. Einige Tafeln haben auch eigene Gärten, in denen Freiwillige zusammen mit Tafel-Nutzern Obst, Gemüse und Kräuter anbauen. Hier bekommen sie eine sinnvolle Aufgabe, die außerdem zu mehr Bewusstsein und Wertschätzung für Lebensmittel führt.

Das Wissen über den Zusammenhang von Nahrung und Gesundheit sollte schon im Kindesalter vermittelt werden. Jochen Brühl sagt: „Wir setzen uns für eine stärkere Wertschätzung von Lebensmitteln und ein Bewusstsein für ihre Produktion und Herkunft ein. Die Würdigung unserer Nahrung und das Wissen darüber müssen wir der kommenden Generation schon in der Kita vermitteln und vorleben. Ein vernünftiger Umgang mit Lebensmitteln und eine gesunde Ernährung ist schließlich auch eine Frage der Bildung.“

 

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