Gemeinsam gegen Armut!

Der Bundesverband Deutsche Tafel e.V. begrüßt Proteste gegen eine unzureichende Sozialpolitik: Je mehr Menschen und Initiativen sich für einen gerechteren Sozialstaat einsetzen, umso besser: "Es kann gar nicht genügend Initiativen geben, die sich gegen Armut und eine unzureichende Sozialpolitik stark machen. Gemeinsam mit den großen Wohlfahrtsverbänden und als Mitglied der Nationalen Armutskonferenz fordern wir bereits seit Jahren grundlegende Reformen in der Sozial-, Arbeitsmarkt- und Steuerpolitik“, sagt Gerd Häuser, Vorsitzender des Bundesverbandes Deutsche Tafel e.V.

Bei den Forderungen an die politisch Verantwortlichen dürfe man allerdings nicht die Betroffenen vergessen: "Politische Verhältnisse und Sozialgesetze ändern sich nicht von heute auf morgen. Wer von Armut betroffen ist, braucht unmittelbare Unterstützung“, so Gerd Häuser. Zehntausende von bürgerschaftlichem Engagement getragene gemeinnützige Vereine in ganz Deutschland handeln danach und zwar jeder lokal auf seine Weise. 

Die rund 50.000 Ehrenamtlichen der über 900 Tafeln helfen mit Lebensmittelspenden und verschaffen den Betroffenen auf diese Weise einen kleinen, aber wichtigen finanziellen Spielraum. Viele Tafeln bzw. deren Trägerorganisationen bieten zudem unterschiedliche Formen der Hilfe an. Darunter sind Beratungsangebote zu sozialen und gesundheitlichen Themen, Beschäftigungsprogramme, uvam. Sie sind Teil des jeweiligen lokalen Hilfenetzwerkes.

Die Tafel-Bewegung ist eine vergleichsweise junge Bewegung, in der sich Bürgerinnen und Bürger der unterschiedlichsten Altersgruppen und Biografien freiwillig engagieren. „Wir wissen, was wir leisten können – und wo Politik, Wohlfahrt, Gewerkschaften und andere gefragt sind“, sagt Gerd Häuser. „Gemeinnützige Initiativen können Armut nicht beseitigen, sie könnten nur bei einem Teil der Betroffenen ihre Folgen lindern.“

Gerd Häuser ist überzeugt: „Ohne bürgerschaftliches Engagement wäre unser Land kulturell und menschlich viel ärmer. Aber die Hilfe der Tafeln oder gemeinnütziger Organisationen überhaupt ist kein Ersatz für sozialstaatliche Leistungen. Daseinsvorsorge ist Aufgabe des Staates - und muss es bleiben!“, wiederholt der Vorsitzende eine der wichtigsten Forderungen des Bundesverbandes Deutsche Tafel e.V.

 

Zurück