Deutschland hat internationale Verantwortung!

Foto: W.R.Wagner, www.pixelio.de

Anlässlich des Welternährungstages am 16. Oktober weist der Bundesverband besorgt auf Armut und Mangelernährung in Deutschland und Europa hin.

Nach Angaben der Welternährungsorganisation (FAO) leiden weltweit über 842 Millionen Menschen an Hunger. Gleichzeitig erreicht ein Drittel aller weltweit hergestellten Lebensmittel die Menschen nicht, sondern landet im Müll.
Während in den ärmsten Ländern der Welt täglich mehrere zehntausend Menschen an Hunger sterben, lebt Deutschland als eine der reichsten Industrienationen im Überfluss von Lebensmitteln. „Hieraus ergibt sich internationale Verantwortung“, findet Jochen Brühl.

Zugleich sei die Verantwortung Bedürftigen zu helfen, auch in Europa und in Deutschland dringend gefragt. Die Dimensionen von Armut und in der Folge einer unsicheren Ernährungslage in den Ländern der so genannten Ersten Welt würden oft unterschätzt. „Fakt ist, dass sich in Europa 43 Millionen Menschen nicht aus eigener Kraft ausreichend ernähren können“, verweist Jochen Brühl auf aktuelle Zahlen der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC).  

Zur Lage in Deutschland sagt er: „Der Überfluss, in dem der Großteil unserer Gesellschaft lebt, steht in krassem Gegensatz zum Alltag von mehr als 12 Millionen von Armut betroffenen Menschen mitten in unserem Land. Wenn etwa 1,5 Millionen von ihnen zu den Tafeln gehen müssen, weil sie sich gesunde Lebensmittel sonst nicht in ausreichender Menge leisten könnten, haben wir es mit einer strukturellen Schieflage zu tun “, kritisiert Jochen Brühl.

Lebensmittelspenden aus vorhandenem Überfluss, die die Tafeln an bedürftige Menschen weitergeben, sind ein wichtiger Schritt zur Soforthilfe. Sie lindern die angespannte Situation der Betroffenen. Um die Ursachen von Armut zu bekämpfen, sind jedoch politische Lösungen unumgänglich: „Der Wohlstand und die Chancen in Deutschland müssen gerechter verteilt werden. Dafür brauchen wir eine Neuausrichtung in der Sozial-, Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik. Wir brauchen vor allem ein menschenwürdiges Existenzminimum, das den Gang zu den Tafeln überflüssig macht", wiederholt Jochen Brühl anlässlich des Welternährungstages eine der zentralen Forderungen des Bundesverbandes an die Politik.

 

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