Fast 46 Tonnen Lebensmittel für die Thüringer Tafeln

Mehr als 900 Menschen haben am Samstag an einer über 100 Meter langen Tafel auf dem Suhler Platz der Deutschen Einheit gemeinsam kostenlos zu Mittag gegessen. „Die Lange Tafel soll in einer Zeit, in der Arm und Reich weiter auseinanderdriften, ein Zeichen setzen für mehr Solidarität und Mitmenschlichkeit in unserer Gesellschaft, sagte der Vorsitzende des Bundesverbandes Deutsche Tafel e.V., Gerd Häuser.

Im Rahmen der öffentlichen Veranstaltung wurde das Ergebnis der Landeswette bekannt gegeben, die Thüringens stellvertretender Ministerpräsident Christoph Matschie im Mai mit dem Bundesverband abgeschlossen hatte. Bei der knapp vierwöchigen Aktion spendeten Thüringer Bürger sowie die Regionalzentren von Penny und Rewe fast 46 Tonnen haltbare Lebensmittel an die insgesamt 32 Tafeln in Thüringen.
Gäste der Langen Tafel waren u.a. der stellvertretende Ministerpräsident
und Minister für Bildung, Kultur und Wissenschaft, Christoph Matschie (links im Bild), Thüringens Sozialministerin Heike Taubert und der Suhler Oberbürgermeister Dr. Jens Triebel (im Bild in der Mitte).


Im Fokus: Die Aufgabe der Tafeln in der Gesellschaft

Mit der Langen Tafel am 23. Juni ging das 18. Bundestreffen der Tafeln in Deutschland zu Ende. Drei Tage lang verständigten sich rund 800 Vertreterinnen und Vertreter der Tafeln gemeinsam mit Freunden und Förderern aus Wohlfahrt, Politik und Wirtschaft sowie internationalen Gästen über die Arbeit der Tafeln im Kontext der aktuellen Wirtschafts- und Sozialpolitik.

Ein Dreh- und Angelpunkt des Austausches war die Frage, welchen Beitrag bürgerschaftliches und unternehmerisches Engagement bei den Tafeln und für die Tafeln realistischerweise in der Praxis leisten kann, um Armut zu lindern – und welche Aufgaben staatliche Institutionen im Bereich der Daseinsfürsorge für arme oder von Armut bedrohte Bürgerinnen und Bürger leisten müssen.

Der Vorsitzende des Bundesverbandes Deutsche Tafel e.V. Gerd Häuser rief die Politik dazu auf, der Armutsbekämpfung stärkere Priorität einzuräumen. Die Gesellschaft dürfe sich nicht darauf verlassen, dass gemeinnützige Organisationen die Lücken fülle, die eine unzureichende Sozialpolitik hinterlasse. Entscheidend sei es, Arbeitsplätze zu schaffen, gerechte Löhne zu ermöglichen, Kitaplätze bedarfsgerecht anzubieten, in Bildung zu investieren und allen Menschen ein menschenwürdiges Auskommen zu sichern.

Die Tafel-Aktiven verständigten sich auch über Themen wie Lebensmittelverschwendung, Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz. „Jeder kann seinen Teil dazu beitragen, dass die gigantische Verschwendung von Lebensmitteln eingedämmt wird – vom Landwirt bis zum Endverbraucher“, ist Gerd Häuser überzeugt.

 

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