Europäische Nahrungsmittelhilfe muss bestehen bleiben!

Vom 22. bis 23. November 2012 verhandeln in Brüssel die Staats- und Regierungschefs der EU-Länder über die Finanzplanung der EU für 2013 sowie für den Zeitraum 2014 bis 2020. Hier stehen sämtliche Ausgaben der EU auf dem Prüfstand, darunter auch das Europäische Nahrungsmittelhilfsprogramm. Im Rahmen des Programms, das ingesamt 500 Millionen Euro umfasst, werden seit 1986 über 18 Millionen bedürftige Menschen in 19 Europäischen Mitgliedsstaaten mit Lebensmittelhilfen unterstützt.

Vor dem Hintergrund wachsender Arbeitslosigkeit und zunehmender sozialer Unruhen in zahlreichen europäischen Ländern warnt der Bundesverband Deutsche Tafel e.V. davor, die Mittel zu kürzen: „Wir fordern die Regierungen aller europäischen Länder und auch die EU auf, sich stärker als bisher für die von Armut betroffenen und bedrohten Bürger in den EU-Ländern einzusetzen. Eine reine Sparpolitik verschärft die Krise und treibt noch mehr Menschen in Armut“, beurteilt der Vorsitzende des Bundesverbandes Deutsche Tafel e.V. Gerd Häuser die Lage. Wer in Not sei, dem müsse unmittelbar geholfen werden.

„Wir appellieren daher an die Staats- und Regierungschefs, sich über den Erhalt oder eine Neuausrichtung des Programms zu verständigen“, so Gerd Häuser. Das Budget hierfür müsse der realen Armutslage in Europa angepasst werden. Der Verbandsvorsitzende hält eine Erhöhung auf etwa 700 Millionen Euro jährlich für notwendig, um die Hilfebedürftigen zu erreichen.


Unterstützung für Initiativen gegen Lebensmittelverschwendung

Angesichts der Lebensmittelverschwendung, die in Deutschland und anderen EU-Staaten jährlich Werte in Milliardenhöhe vernichtet, schlägt der Bundesverband vor, das neue Nahrungsmittelhilfeprogramm um den Bereich „Lebensmittelrettung“ zu erweitern: „Die EU und die Bundesregierung haben sich das Ziel gesetzt, die Menge der verschwendeten Lebensmittel bis 2020 zu halbieren. Ob und wie dieses Ziel erreicht werden kann, ist in vielerlei Hinsicht offen", moniert Häuser. Die Tafeln in Deutschland sind seit fast 20 Jahren als Lebensmittelretter aktiv. Mit der Hilfe von Spendern bewahren sie jährlich zehntausende Tonnen verzehrfähiger Lebensmittel vor der Vernichtung. Finanzielle Unterstützung für ihre ökologisch und sozial sinnvolle Arbeit bekommen sie bisher weder von der Bundesregierung noch von der EU.

Mit Geldern aus einem modifizierten EU-Hilfeprogramm, zu dem unter bestimmten Bedingungen auch deutsche Hilfsorganisationen Zugang hätten, könnten auch erstmals die Tafeln ihre Arbeit im Bereich der Bekämpfung von (Ernährungs-) Armut und auch bei der Bekämpfung von Lebensmittelverschwendung effektiver bestreiten. „Das wäre mehr als wünschenswert“, sagt Gerd Häuser.

Wer sich mit dem Bundesverband und vielen anderen Europäischen Hilfsorganisationen für den Erhalt des Lebensmittelilfsprogrammes einsetzen möchte, kann die Petition des Airfoodprojects unterschreiben: www.theairfoodproject.com. Herzlichen Dank!

 

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