Armutsbekämpfung bisher erfolglos

Foto: Laib und Seele, Berlin

Fast jeder sechste Deutsche ist von Armut bedroht. Laut der Erhebung Leben in Europa 2010 des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden waren 2009 insgesamt 15,6 Prozent der deutschen Bevölkerung armutsgefährdet. Das Armutsgefährdungsniveau blieb damit gegenüber dem Jahr 2008 (15,5 Prozent) fast konstant.

Am stärksten von Armut gefährdet sind arbeitslose Menschen (70 Prozent). Doch auch Arbeit schützt längst nicht mehr vor Armut: Immer mehr Menschen arbeiten nur in Teilzeit oder können in Niedriglohnberufen ihr Einkommen trotz Vollzeittätigkeit nicht sichern. Von den Alleinerziehenden mit Kindern ist fast jede/r Zweite (43 Prozent) von Armut betroffen. Zudem ist eine steigende Zahl von Rentnern auf staatliche Grundsicherung angewiesen.

Gerd Häuser, Vorsitzender des Bundesverbandes Deutsche Tafel e.V., fordert von der Regierung zielorientierte und sinnvolle Maßnahmen zur Vermeidung von Armut: "Die Tafeln wollen nicht die Lückenbüßer einer verfehlten Sozialpolitik sein. Mit Lebensmittelspenden erleichtern wir rund 1,3 Millionen bedürftigen Menschen zwar den Alltag. Wichtiger wäre es aber, dass sie erst gar nicht in diese Lage kommen", sagt er. "Wir brauchen armutsfeste Regelsätze, eine Bildungsoffensive für benachteiligte Kinder, die diesen Namen auch verdient, sowie Korrekturen im Rentensystem".

Weitere Informationen zur Studie "Leben in Europa 2010" gibt es im Internet beim Statistischen Bundesamt unter www.destatis.de.

 

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