Bedürftige Kinder brauchen mehr staatliche Unterstützung

Der Bundesverband Deutsche Tafel e.V. begrüßt die Entscheidung des Bundessozialgerichtes in Kassel zur Neuberechnung des Regelsatzes für Kinder. Das Gericht hält es für verfassungswidrig, dass sich der Regelsatz für Kinder an dem für Erwachsene orientiert. „Darauf haben wir schon lange gewartet“, kommentiert Gerd Häuser, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Deutsche Tafel e.V. das heutige Urteil.

Arm trotz staatlicher Hilfen – dieses Problem macht sich bei den Tafeln
jeden Tag von neuem bemerkbar. „Die Regelsätze für AlgII-Empfänger reichen trotz aller Anstrengungen der Betroffenen zum Leben nicht aus“, sagt Gerd Häuser. Das gilt erst recht für Kinder. Sie machen rund ein Viertel der Tafel-Kundschaft aus. Schon seit Jahren versuchen die Tafeln mit zahlreichen Projekten bedürftigen Kindern zu helfen – mit Pausenbrotinitiativen, Mittagstischen für Schulkinder, die sich die Schulspeisung nicht leisten können und immer häufiger auch mit Sammelaktionen für Schulmaterialien.

„Es ist kein Geheimnis, dass Heranwachsende einen anderen Bedarf haben als Erwachsene: Allein eine altersgerechte Ernährung, Kleidung und Schulmaterialien schlagen bei Kindern ganz anders zu Buche als bei Erwachsenen. Dem muss so schnell wie möglich Rechnung getragen werden. Wir fordern die Bundesregierung auf, umgehend reelle Bedarfssätze für Kinder und Jugendliche zu beschließen“, so Gerd Häuser.

Dabei allein darf es aus Sicht des Bundesverbandes allerdings nicht bleiben: „Wer Kinderarmut wirksam bekämpfen will, muss vor allem zwei weitere Aufgaben lösen. Erstens die Eltern in Arbeit bringen, von der sie leben können. Und zweitens für Kinderbetreuung sorgen, die den Eltern die Teilnahme am Arbeitsleben ermöglicht. „Dass bei der Vergabe der ohnehin viel zu knappen Kita-Plätze die Kinder von AlgII-Empfängern gegenüber denen von berufstätigen Eltern hinten anstehen müssen, erhöht ihre Chancen bei der Arbeitssuche sicher nicht. Und die frühkindliche Bildung, die so wichtig für den Bildungserfolg benachteiligter Kinder ist, bleibt so auch auf der Strecke“, kritisiert der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes Deutsche Tafel e.V.


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