Corona-Pandemie

Die Tafeln in Deutschland unterstützen Menschen mit schneller Soforthilfe. Seit Pandemie-Beginn beobachten die Tafeln eine neue Armut in Deutschland und stehen selbst vor großen Herausforderungen. Deshalb haben die Tafeln ihren Betrieb umorganisiert, um Lebensmittel möglichst kontaktarm auszugeben.

Tafeln erleben neue Form der Not

Die Folgen der Corona-Pandemie werden bei den Tafeln deutlich sichtbar. Einige Tafeln verzeichnen einen Anstieg der Kundinnen und Kunden. Betroffen sind vor allem Menschen mit ALG-II-Bezug sowie Menschen in Kurzarbeit. Auch der Anteil der Rentnerinnen und Rentner ist erheblich angestiegen. Viele von ihnen waren vor der Krise nicht auf externe Hilfen angewiesen. Bei jeder fünften Tafel bleiben Kundinnen und Kunden aus Angst vor Ansteckung fern und werden momentan mit den Angeboten der Tafeln nicht erreicht.

Corona-Soforthilfen für armutsbetroffene Menschen

Jochen Brühl, Vorsitzender der Tafel Deutschland, fordert von der Regierung, Corona-Soforthilfen für armutsbetroffene und -bedrohte Menschen auf den Weg zu bringen – kurzfristig mindestens 100 Euro im Monat. Auch Regelsätze sollten künftig steigen. Die Pandemie und die Preissteigerungen sind für Menschen mit wenig Geld eine echte Bedrohung.

Tafeln stehen vor großen Herausforderungen

Die Pandemie stellt die Arbeit der 60.000 Tafel-Aktiven vor große Herausforderungen. Besonders belastend sind der gestiegene Organisationsaufwand, steigende Betriebskosten sowie der mangelnde Kontakt und Austausch mit den Kundinnen und Kunden. Vielen Tafeln fehlt es zudem an Helferinnen und Helfern. Über 60 Prozent der Tafel-Aktiven sind selbst im Rentenalter und gehören zur Corona-Risikogruppe. Sie pausieren oder beendeten im Laufe der Corona-Pandemie ihr Engagement.

Tafeln sind auch bei 3G- oder 2G-Maßnahmen für Ungeimpfte da

Einige Tafeln nutzen zusätzlich zu den üblichen Hygieneregeln (Abstand, Händewaschen, Tragen einer Maske und Lüften) auch 3G- oder 2G-Regelungen als Schutzmaßnahmen. Dies dient dem Schutz der Tafel-Aktiven und der Kundinnen und Kunden und hat zum Ziel, den Tafel-Betrieb aufrechtzuerhalten. Lebensmittel werden zum Beispiel in vorgepackten Tüten draußen ausgegeben oder geimpfte Personen holen die Lebensmittel stellvertretend ab.

Vielfältige Unterstützung kommt an

Dank der Unterstützung von Unternehmen und Privatpersonen und mit neuen Ausgabemodellen (Auf- und Ausbau von Lieferdiensten für Risikogruppen, Verlagerung der Lebensmittelausgabe ins Freie, Vorpacken von Lebensmitteltüten oder Einrichten fester Abholzeiten), kann der Tafel-Betrieb weitestgehend aufrechterhalten werden. Die Angebote sind allerdings stark eingeschränkt. Die Tafeln sind normalerweise nicht nur ein Ort der Lebensmittelausgabe, sondern für viele ein sozialer Treffpunkt. Besonders in Krisenzeiten ist es dramatisch für armutsbetroffene Menschen, auf diese Begegnungen und Beziehungen zu verzichten.

Tafeln sind auf Hilfe angewiesen

Um die Lebensmittelausgabe aufrechtzuerhalten, sind die Tafeln auf Ihr Engagement angewiesen. Über die Tafel-Suche finden Sie eine Tafel in Ihrer Nähe. Fragen Sie direkt vor Ort nach, wie Sie helfen können. Tafeln freuen sich aktuell neben Zeit-, Lebensmittel- und Geldspenden über Sachspenden wie Masken und Tests.

Sie möchten die Tafel-Arbeit mit einer Geldspende unterstützen? Unser Spendenformular finden Sie hier.

Laden Sie sich die Broschüre „Gemeinsam durch die Krise“ (Stand: Mai 2021) und die Grafiken zur Situation der Tafeln in der Pandemie herunter.

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