© Thekla Ehling | Tafel Deutschland e.V.

Was können Sie tun?

Lebensmittel gibt es in Deutschland im Überfluss. Supermarktregale sind bis abends prall gefüllt und Sonderangebote verleiten dazu, den Einkaufswagen voller zu packen als nötig. Viele Menschen haben deshalb das Bewusstsein für den Wert von Lebensmitteln verloren: Nahrungsmittel, die früher allesamt genutzt wurden – Brot vom Vortag, Gemüse mit kleinen Schönheitsfehlern, Konserven mit oberflächlichen Dellen – werden heute oft liegengelassen oder weggeschmissen.

Doch in jedem Lebensmittel steckt eine Menge wertvoller Ressourcen: Wasser, Rohstoffe, Energie, Arbeitskraft. Zudem verursachen Produktion, Transport und Lagerung klimaschädliche Treibhausgase und belasten Böden, Luft und Grundwasser. Wenn Lebensmittel unverzehrt im Müll landen, waren Einsatz und Ressourcen umsonst.

>> Mehr Informationen zum Zusammenhang zwischen Lebensmittelverschwendung und Klimaschutz
 

Über zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel verschwenden wir pro Jahr in Deutschland. Unnötige Abfälle entstehen zwar entlang der ganzen Produktionkette von der Landwirtschaft über die Verarbeitung bis zum Handel an, doch über 50 Prozent der Verschwendung passiert in Privathaushalten. Deshalb kann jede:r dazu beitragen, dass wir weniger Lebensmittel verschwenden.

 

Was Sie als Verbraucher:in tun können

  • Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) ist eine Richtlinie: Gehen Sie kritisch damit um und testen Sie ein abgelaufenes Produkt durch Anschauen, Riechen und Kosten, bevor Sie es verzehren oder wegschmeißen. Viele Lebensmittel können noch Wochen, manche auch Monate über das MHD hinaus bedenkenlos verzehrt werden. (Achtung: Das gilt nicht für Lebensmittel mit einem Verbrauchsdatum!)
  • Kaufen Sie frische und leicht verderbliche Lebensmittel wie Obst, Gemüse und Brot in bedarfsgerechten Mengen ein.
  • Lassen Sie sich nicht von Sonderangeboten, Rabatten und Großpackungen zum Mehreinkauf verleiten – außer Sie wissen, dass Sie die Produkte rechtzeitig aufbrauchen werden.
  • Prüfen Sie vor dem Einkauf, was noch vorrätig ist. Fotografieren Sie ggf. jeden Morgen den Inhalt Ihres Kühlschranks, um auch bei Spontaneinkäufen nichts doppelt zu kaufen.
  • Planen Sie Ihre Mahlzeiten im Voraus und schreiben Sie einen Einkaufszettel.
  • Lagern Sie Ihre Lebensmittel übersichtlich, sodass nichts in Vergessenheit gerät.
  • Lagern Sie Lebensmittel artgerecht, z.B. Beeren ungewaschen; Tomate, Mango und Kartoffeln nicht im Kühlschrank; Bananen nicht neben anderem Obst.
  • Hat ein Apfel oder eine Zucchini eine Druckstelle? Verwerten Sie dieses Obst oder Gemüse zuerst, bevor es schimmelt.
  • Verarbeiten Sie nicht mehr ganz frische Lebensmittel weiter: Aus Brot können Sie beispielsweise Semmelbrösel oder Croutons herstellen, aus Obst Marmelade, Apfelmus oder Smoothies und aus Gemüse Suppen, eine bunte Gemüsepfanne oder Brühe.
  • Haben Sie Lebensmittel übrig und wissen nicht, was Sie damit anfangen sollen? Geben Sie deren Namen und den Zusatz "+Rezept" in eine Suchmaschine ein, um Inspiration für die Zubereitung Ihrer Reste zu finden.
  • Stellen Sie übrig gebliebene Speisen in den Kühlschrank, um sie später zu verzehren.
  • Optik beeinflusst nicht den Geschmack: Kaufen Sie kleine Kartoffeln, einzeln abgerissene Bananen und krumme Gurken.
  • Kochen Sie nur benötigte Portionen, indem Sie beispielsweise Zutaten abwiegen und Spaghetti mit dem Loch in der Nudelkelle portionieren.
  • Reinigen Sie regelmäßig Kühlschrank und Vorratskammer.
  • Lassen Sie sich Reste Ihrer Mahlzeit im Restaurant einpacken.
  • Sie haben doch einmal zu viel eingekauft? Dann fragen Sie Freunde oder ihre Nachbarn, ob sie nicht etwas gebrauchen können, oder spenden Sie die zu viel eingekauften Lebensmittel an Ihre örtliche Tafel.

 

Auf unserer Informationskarte gegen Lebensmittelverschwendung haben wir die wichtigsten Tipps zusammengefasst. Laden Sie die Karte als PDF-Datei herunter.