Wann gilt jemand als arm?

Im Gegensatz zur absoluten Armut, die das Überleben der Betroffenen unmittelbar bedroht, wird in Wohlstandsgesellschaften wie Deutschland Armut meist als „relative Armut“ definiert: relativ im Verhältnis zum Wohlstand der übrigen Bevölkerung des Landes. Die Armutsgrenze bezieht sich in diesem Fall auf statistische Zahlenwerte, meistens auf das durchschnittliche Einkommen. In der Europäischen Union gelten Personen als arm, die monatlich weniger als 60 Prozent des nationalen Mittelwerts verdienen. In Deutschland liegt die Armutgefährdungsschwelle aktuell bei 1.035 Euro pro Monat für einen Ein-Personen-Haushalt und bei 2.174 Euro für einen Haushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern zwischen 14 und 18 Jahren.

Vielen Kritikern dieses Konzeptes geht die Definition von Einkommensarmut nicht weit genug. Neben dem finanziellen Aspekt betrachten die Befürworter des sogenannten Lebenslagenansatzes zentrale Lebensbereiche wie Wohnen, Bildung, Gesundheit, Arbeit, Kommunikationsmöglichkeiten, Einkommen, Kleidung, Ernährung und Transport. Als arm gilt, wer zu vielen dieser Bereiche erschwerten Zugang hat bzw. ganz von ihnen ausgeschlossen ist – und damit geringere Chancen hat, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Die Tafeln unterstützen bedürftige Menschen und erleichtern ihren Alltag durch Lebensmittelspenden und weitere Angebote.