Armutsrisiken

Das Risiko, arm zu werden oder zu bleiben, ist in erster Linie an eine Erwerbstätigkeit geknüpft. In Deutschland sind heute vor allem Arbeitslose und deren Angehörige, zu einem geringeren Anteil auch Geringverdienende von Armut betroffen bzw. unmittelbar von Armut bedroht. Je geringer der Bildungsstand, desto größer ist das Risiko, in Armut abzugleiten. Nach wie vor haben gut (aus-)gebildete Menschen die besten Chancen auf einen Arbeitsplatz. Stark gefährdet sind zudem Senioren mit geringer Rente, Migrant(inn)en, chronisch Kranke und Behinderte.

Menschen mit vielen Kindern – insbesondere Alleinerziehende – haben ein höheres Armutsrisiko als Kinderlose oder Paare, die ihre Kinder gemeinsam aufziehen. Kinder selbst sind deutlich häufiger von Armut betroffen als Erwachsene: Laut einer Studie des Kinderhilfswerks ist jedes sechste Kind in Deutschland auf staatliche Unterstützung angewiesen – mit steigender Tendenz. Diese Entwicklung ist besonders bedenklich, da der Armutskreislauf oft nur schwer zu durchbrechen ist: Sozial benachteiligte Kinder ernähren sich häufig ungesünder, sind häufiger krank, erhalten eine schlechtere Ausbildung und damit schlechte Startchancen in die Zukunft. Diese Risiken geben sie später oft an ihre eigenen Kinder weiter.

Häufig kommen mehrere Belastungen zusammen, wenn Menschen in die Armut rutschen: geringes Einkommen, unsichere Wohnverhältnisse, Schulden, chronische Krankheiten, psychische Probleme und/oder soziale Ausgrenzung. Wer aber erst einmal auf staatliche Unterstützung angewiesen ist, hat es oft schwer, sich aus dieser Abhängigkeit wieder zu befreien. Die Betroffenen sind auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen. Die Tafeln versuchen, hier einen Ausgleich zu schaffen. Für die Bedürftigen ihrer Stadt.