Altersarmut

Über 13,7 Millionen Menschen in Deutschland sind arm, so das Resultat des Armutsberichts 2018 des Paritätischen Gesamtverbands. Als arm gilt, wer ein Haushaltsnettoeinkommen bezieht, das unter 60% des mittleren Einkommens liegt – in Deutschland entspricht dies etwa 930 Euro im Monat. Jeder vierte Arme ist Rentnerin oder Rentner.

Frei von Geldsorgen den wohlverdienten Ruhestand genießen, das können künftig vermutlich immer weniger Deutsche. Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung wird ohne Umdenken in der Alterssicherungspolitik im Jahr 2036 jeder fünfte Neurentner von Altersarmut bedroht sein. Durch die schrittweise Senkung des Rentenniveaus wird die gesetzliche Rente trotz lebenslanger Arbeit bei vielen nicht mehr ausreichen, um den Lebensstandard zu sichern. 

© Tafel Deutschland e.V. | Dagmar Schwelle

Immer mehr Ruheständler müssen arbeiten

Noch leben vergleichsweise wenige Seniorinnen und Senioren am Existenzminimum. Doch immer mehr Ältere müssen zusätzliches Geld verdienen. Dabei profitieren sie nicht vom Wirtschaftsaufschwung, sondern gelten als Verlierer des Arbeitsmarkts. Bereits heute arbeiten knapp eine Millionen Menschen über 65 Jahre, davon über 760.000 in Minijobs.

Viele ältere Menschen sind nicht in der Lage, aus eigener Kraft zusätzliches Einkommen zu erwirtschaften. Für den Großteil der Betroffenen ist die Armut im Alter ausweglos. Sie gilt deshalb als eine besonders schwerwiegende Form von Armut.

© Tafel Deutschland e.V. | Monique Wüstenhagen

Die Tafeln: Anlaufstelle für Seniorinnen und Senioren

Bei den Tafeln zeigt sich der Trend schon länger: Der Anteil älterer Menschen unter ihren Kundinnen und Kunden steigt stetig an. Seit 2007 hat sich dieser Anteil fast verdoppelt. Über ein Viertel der Tafel-Nutzerinnen und -Nutzer sind im Rentenalter. Aus Scham bitten viele erst spät um Hilfe. Oft erfahren die Tafeln nur durch Angehörige oder Bekannte der Betroffenen, wie ernst deren Situation ist.

Die Politik ist gefordert

Wer ein Leben lang gearbeitet hat, darf im Alter nicht arm sein. Um Altersarmut zu verhindern, bedarf es einer armutsfesten Entlohnung im Erwerbsleben, einer gerechteren Anerkennung von Betreuungszeiten von Kindern und Eltern im Rentenrecht sowie armutsfester Mindestrenten und Grundsicherungsleistungen im Alter. Tafel Deutschland zieht die Politik zu Verantwortung und fordert eine sozial-ökologische Wende

© Tafel Deutschland e.V. | Dagmar Schwelle

Ihre Unterstützung ist gefragt!

Die Tafeln gehen auf die speziellen Bedürfnisse älterer Menschen ein. Dort, wo es die personellen Ressourcen zulassen, werden Lieferdienste für Bedürftige, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, eingerichtet. Besonders wichtig ist das in ländlichen Regionen, wo Wege ohnehin weiter sind. Auch in urbanen Gemeinden werden Angebote für ältere Menschen immer wichtiger. Neben Beratungen und barrierefreien Räumlichkeiten bieten die Tafeln die Möglichkeit zu sozialen Kontakten, etwa in den Senioren-Cafés.

Mit Ihrer Spende ermöglichen Sie ganz gezielt Projekte für bedürftige Seniorinnen und Senioren bei den Tafeln. Damit schenken Sie Gerechtigkeit und ein Stück Würde im Alter.