Tafel macht Zukunft – gemeinsam digital

Projekt

In Deutschland landen jährlich 18 Millionen Tonnen Lebensmittel auf dem Müll, die kosten- und vor allem ressourcenintensiv hergestellt wurden. Gleichzeitig leben 14 Millionen Menschen hierzulande unterhalb der Armutsgrenze. Das Projekt „Tafel macht Zukunft – gemeinsam digital“ hat zum Ziel, die Lebensmittelrettung durch die Tafeln mit digitalen Lösungen zu vereinfachen, um zukünftig noch mehr Lebensmittelspenden an armutsbetroffene Menschen weiterzugeben.

Pilotierung der digitalen "eco-Plattform"

Im Mittelpunkt des über eine Laufzeit von drei Jahren geförderten Projektes steht die Entwicklung einer Onlineplattform – der „eco-Plattform“. Gemeinsam mit Pilot-Tafeln sowie Lebensmittelhändlern und -herstellern wird getestet, wie die Schnittstelle der Lebensmittelabgabe von den Spendern an die Tafeln digitalisiert werden kann. Dadurch soll die Abgabe von Lebensmitteln an die Tafeln für alle Beteiligten optimiert werden.

Dieser Erklärfilm stellt die eco-Plattform mit ihren Funktionen vor:

Die Kernziele des Projekts sind:

  • Arbeitsprozesse in den Tafeln und lebensmittelspendenden Firmen bei der Lebensmittelabholung digital unterstützen und erleichtern
  • Bessere Planbarkeit und Kommunikation bei Tafeln und lebensmittelspendenden Unternehmen ermöglichen
  • Erfassung von Daten zu Lebensmittelspenden
  • Einsparung von Zeit und Kosten für die Tafeln durch die Optimierung der Routenplanung und Einsatz des Digitalen Lieferscheins
  • Weiterentwicklung der Verteilung von Lebensmitteln auf und zwischen den Tafeln und dadurch die Erhöhung der Lebensmittelrettung durch die Tafeln

Von Beginn an sind die Tafeln als Herzstück des Projekts in Konzeption sowie Testphasen involviert. Sie stellen mit ihrem Feedback sicher, dass eine nutzerfreundliche und bedarfsgerechte Lösung entwickelt wird. Neben den Tafeln sind die lebensmittelspendenden Handelsunternehmen entscheidende Projektakteure. Für das Projekt konnten alle großen Handelsketten in Deutschland gewonnen werden, die bereits seit vielen Jahren eng mit den örtlichen Tafeln zusammenarbeiten und Lebensmittel abgeben (Aldi Nord, ALDI SÜD, Edeka, Kaufland, Lidl, Metro, Netto Marken-Discount, Penny, Rewe).

Digitale Plattform soll Lebensmittelrettung künftig vereinfachen, Foto: Nikolaus Urban

Digital Coaches helfen, Hürden in Bezug auf digitale Anwendungen abzubauen

Damit die teilnehmenden Projekt-Tafeln bestmöglich unterstützt werden und Hürden in Bezug auf digitale Anwendungen abgebaut werden, pilotiert die Tafel-Akademie ein Multiplikatorennetzwerk, die sogenannten Digital Coaches. Viele der 60.000 Tafel-Aktiven sind nicht in eine digitalisierte Welt hineingewachsen, sondern erlernen die technischen Neuerungen und die rasanten Veränderungen schrittweise.

Neues Engagement bei den Tafeln: die Digital Coaches, Foto: Philip Wilson

Das Prinzip der Digital Coaches im eco-Plattform-Projekt ist einfach: Digitalaffine Menschen helfen Tafeln, die eco-Plattform und entsprechende Hardware zu nutzen, und tragen so dazu bei Schritt für Schritt an die bedarfsgerechte Nutzung von Technik und digitalen Themen heranzuführen. Wie genau die Zusammenarbeit funktioniert, erfahren Sie auf unserem Blog.

Damit die Tafel-Aktiven digital arbeiten können, wurden über 300 Tafeln durch mehrere Ausschreibungen mit moderner Hardware (Laptops, Smartphones und Tablets) ausgestattet.



Projektförderung und Unterstützung

Das dreijährige Innovationsprojekt wird durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert. Projektträger ist die Bundesanstalt für Lebensmittel und Ernährung. Neben der Tafel Deutschland und der Tafel-Akademie ist das ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim Partner im Projekt und für die Evaluation und wissenschaftliche Begleitung zuständig. Mit der Programmierung der Plattform ist die Software-Entwicklungsfirma inspired consulting Deutschland GmbH beauftragt. Die Unternehmensberatung AdEx Partners berät das Projektteam im Bereich Digitalisierung. Die Rechtsanwaltskanzlei Hogan Lovells berät zum Thema Datenschutz.