Q&A Tafel Deutschland

Hier finden Sie alle wichtigen Infos, Zahlen, Daten und Fakten zu Tafel Deutschland und der Tafel-Bewegung.

 

Was ist Tafel Deutschland?

Tafel Deutschland e.V. ist der Dachverband der mehr als 970 Tafeln in Deutschland. Er ist ein gemeinnütziger Verein, bei dem die 13 Landesverbände sowie die örtlichen Tafeln Mitglieder sind. Die Landesverbände und Tafeln sind dabei ebenfalls als Vereine eigenständig organisiert. Manche Tafeln sind dabei in Trägerschaft.
 

Was macht Tafel Deutschland?

Tafel Deutschland

  • unterstützt Tafeln organisatorisch, fachlich und logistisch,
  • vertritt die Tafeln gegenüber Politik, Wirtschaft und Gesellschaft,
  • sorgt für Qualitätsstandards, Weiterbildung und Strukturaufbau,
  • koordiniert bundesweite Lebensmittel-Großspenden,
  • bietet Weiterbildung, Beratung und Unterstützung bei Tafel-Neugründungen,
  • ist (gemeinsam mit DACHSER Food Logistics) Initiator der Allianz für Lebensmittelrettung
  • schafft öffentliches Bewusstsein für Armut und Lebensmittelverschwendung.
     

Wie finanziert sich Tafel Deutschland?

Tafel Deutschland und die angeschlossenen Tafeln finanzieren sich überwiegend durch Spenden. Der Dachverband trägt das DZI-Spendensiegel – ein Zeichen für den verantwortungsvollen Umgang mit Spendenmitteln.
 

Wie ist Tafel Deutschland organisiert?

Der Verein wird von einem ehrenamtlichen Vorstand geführt, besteht aus 13 Landesverbänden und einer Geschäftsstelle in Berlin mit rund 90 hauptamtlichen Mitarbeitenden. Zudem gibt es seit 2015 die Tafel-Akademie als Tochtergesellschaft.
 

Was sind die Tafeln?

Die Tafeln retten einwandfreie, aber nicht mehr verkäufliche Lebensmittel und geben sie kostenlos oder gegen einen symbolischen Betrag an armutsbetroffene Menschen weiter.

Sie bieten dabei zwei wesentliche gesellschaftliche Leistungen:

  1. Lebensmittelrettung – weniger Verschwendung, mehr Nachhaltigkeit
  2. Unterstützung armutsbetroffener Menschen – rund 1,5 Millionen Kund:innen, darunter viele Rentner:innen, Alleinerziehende, Geflüchtete und Kinder

Tafeln sind in Deutschland sehr unterschiedlich organisiert. Es gibt zum Beispiel Tafel-Läden oder Ausgabestellen. Darüber hinaus setzen viele Tafeln Projekte zur sozialen Teilhabe, gesunden Ernährung oder interkultureller Begegnung sowie Austausch um.
 

Warum gibt es die Tafeln?

In Deutschland werden täglich große Mengen an Lebensmitteln entsorgt, obwohl sie noch genießbar sind. Gleichzeitig leben viele Menschen in Armut. Die Tafeln schaffen hier einen Ausgleich: Sie retten überschüssige Lebensmittel und geben sie an armutsbetroffene Menschen weiter.
 

Wie bekämpfen die Tafeln Lebensmittelverschwendung konkret?

Durch Kooperationen mit Supermärkten, Bäckereien, Herstellern, Großhändlern und der Industrie retten die Tafeln täglich große Mengen an Lebensmitteln. Diese werden sortiert, gekühlt gelagert und lokal verteilt – oft innerhalb weniger Stunden. So vermeiden sie Abfälle und sorgen für sinnvolle Umverteilung. Eine weitere, seit 2025 aktive Initiative ist die Allianz für Lebensmittelrettung. Mit dieser spricht Tafel Deutschland – in Unterstützung mit DACHSER Logistics – aktiv Hersteller an und generiert so Großspenden.
 

Welche Wirkung haben die Tafeln gesellschaftlich?

Die Tafeln lindern materielle Not, fördern soziale Teilhabe und Engagement. Sie schaffen Orte der Begegnung und Solidarität, retten überschüssige Lebensmittel und leisten so einen Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz. Zugleich machen sie Armut sichtbar, stärken die öffentliche Wahrnehmung der armutsbetroffenen Menschen und bringen ihre Perspektiven in gesellschaftliche und politische Diskussionen ein.
 

Welche Spenden werden benötigt?

Sowohl Lebensmittelspenden (ebenso frisch wie haltbar) als auch Sachspenden wie Hygieneartikel oder Haushaltswaren. Zusätzlich sind Geldspenden besonders wichtig, etwa für Kühltechnik, Fahrzeuge oder soziale Projekte.
 

Nehmen die Tafeln auch andere Spenden an?

Ja. Neben Lebensmitteln nehmen Tafeln auch Sachspenden wie Hygieneartikel, Waschmittel oder Haushaltswaren entgegen. Zusätzlich sind Geldspenden besonders wichtig, etwa für Kühltechnik, Fahrzeuge oder soziale Projekte.
 

Kaufen Tafeln Lebensmittel zu?

Nein. Der Zukauf von Lebensmitteln ist den Tafeln nicht gestattet. Unternehmen und Hersteller können haltbare und frische Waren spenden.
 

Wer sind die Tafel-Kund:innen?

Zu den Kund:innen der Tafeln zählen Menschen mit geringem Einkommen, zum Beispiel Arbeitslose, Rentner:innen, Alleinerziehende, Studierende oder Geflüchtete. Rund 29 Prozent der Unterstützten sind Kinder und Jugendliche, etwa 20 Prozent sind Senior:innen. Tafeln beliefern zum Teil auch soziale Einrichtungen wie Frauenhäuser oder Obdachlosenunterkünfte.
 

Welche Rolle spielen Ehrenamtliche?

Rund 77.000 Tafel-Aktive, davon 94 Prozent Ehrenamtliche, engagieren sich bei den Tafeln – sie sind das Rückgrat der Tafel-Bewegung. Ohne ihren Einsatz wäre die Arbeit der Tafeln nicht möglich. Tafel Deutschland unterstützt sie durch Schulungen, Materialien und Netzwerke.
 

Wie lange gibt es die Tafel-Bewegung?

Die erste Tafel in Deutschland wurde 1993 von Sabine Werth und der Initiativgruppe Berliner Frauen e.V. in Berlin gegründet. Der Dachverband – heute Tafel Deutschland – entstand 1995.
 

Was passiert auf dem Bundestafeltreffen (BTT)?

Das BTT findet alle zwei Jahre statt und bringt Vertreter:innen aller Tafeln zusammen. Es dient dem Austausch, der Weiterbildung und der Weiterentwicklung der Tafel-Arbeit auf Bundesebene. Außerdem findet in diesem Rahmen die Mitgliederversammlung statt.
 

Wer unterstützt die Tafeln?

Die Tafeln erhalten Unterstützung von tausenden Unternehmen – von der lokalen Bäckerei bis zum Großkonzern. Auch viele Einzelpersonen spenden regelmäßig. Die Vielfalt der Förder:innen – privat, wirtschaftlich, institutionell – ist ein zentraler Pfeiler der Tafel-Arbeit.
 

Was ist die Tafel-Akademie?

Die Tafel-Akademie gGmbH ist eine 100-prozentige Tochter von Tafel Deutschland. Sie bietet seit 2015 Schulungen, Seminare und Fachveranstaltungen für Ehrenamtliche und Mitarbeitende der Tafeln in ganz Deutschland an.