Tafeln unterstützen Ungeimpfte auch bei 3G- oder 2G-Maßnahmen weiterhin

Richtigstellung und Stellungnahme von Tafel Deutschland

Vermehrt nutzen Tafeln in Deutschland zusätzlich zu den üblichen Hygieneregeln Abstand, Händewaschen, Maske und Lüften auch 3G- oder 2G-Regelungen als Schutzmaßnahmen. In den sozialen Medien und auf Online-Portalen kursieren immer wieder Falschmeldungen, dass einzelne oder alle Tafeln in Deutschland nur geimpften Menschen helfen. Das ist falsch. Ebenso stimmt es nicht, dass Tafeln ungeimpfte Menschen von der Lebensmittel-Ausgabe ausschließen.

Richtig ist: Einige Tafeln machen für ihre Räumlichkeiten gemäß der jeweiligen Gesetzeslage und örtlichen Gegebenheiten von 3G- oder 2G-Regelungen Gebrauch. Dies dient dem Schutz der Tafel-Aktiven und der Kund:innen und hat zum Ziel, den Tafel-Betrieb im kommenden Herbst und Winter aufrechterhalten zu können.

Die Tafeln stellen sicher, dass durch diese Schutzmaßnahmen keine Kund:innen von der Hilfe ausgeschlossen werden. Wer nicht geimpft oder genesen ist, kann im Fall von 3G einen (Selbst-)Test vorlegen. Einige Tafeln können hierfür kostenfreie, gespendete Selbsttests zur Verfügung stellen.

Für alle, die sich nicht testen lassen möchten, bzw. im Fall von 2G-Regelungen stellen die Tafeln auf andere Weise sicher, dass auch nicht geimpfte Menschen Lebensmittel erhalten. Beispiele sind:

  • Die Lebensmittel werden in vorgepackten Tüten durch die Fenster oder Türen nach draußen gereicht bzw. außerhalb der Tafel-Räumlichkeiten unter freiem Himmel übergeben.
  • Andere geimpfte Personen holen die Lebensmittel stellvertretend ab.
  • Es besteht die Möglichkeit, auf andere Ausgabestellen ohne entsprechende 2G- oder 3G-Regelungen zu verweisen.

Die Regelungen sind je nach örtlicher Gegebenheit zum besonderen Schutz notwendig. Es liegt im Ermessen der jeweiligen Tafeln innerhalb der geltenden Gesetzeslagen zu entscheiden. Gründe für besondere Schutzmaßnahmen können sein:

  • Überwiegend ältere oder vorerkrankte ehrenamtliche Helferinnen und Helfer arbeiten in den Ausgabestellen.
  • Die Räumlichkeiten sind sehr eng und es ist schwierig, die Abstände einzuhalten und/oder zu lüften.
  • Die örtlichen Inzidenzen sind sehr hoch.

Tafel Deutschland steht solidarisch hinter allen örtlichen Entscheidungen, sofern weiterhin alle Kund:innen Lebensmittel erhalten. Das ist derzeit der Fall.

Der Schutz der Tafel-Aktiven und unserer Kund:innen steht an oberster Stelle. Für niemanden von ihnen soll der Tafel-Besuch ein erhöhtes Infektionsrisiko darstellen. Besonders unsere Ehrenamtlichen sind überwiegend im Rentenalter und gehören damit zur Corona-Risikogruppe. Trotz persönlichem Risiko und mit großem Einsatz haben sie während der Pandemie den Tafel-Betrieb fast durchgängig aufrechterhalten, um armutsbetroffenen Menschen helfen zu können. Sie verdienen jetzt keine Beschimpfungen und Anfeindungen, sondern unseren Dank und tiefen Respekt. Es ist das Mindeste, unsere freiwilligen Helferinnen und Helfer bestmöglich zu schützen und ihnen jetzt zu geben, was sie selbst stetig zeigen: Solidarität und Zuspruch.

 

Tafel Deutschland e. V.

Lebensmittel retten. Klima schützen. Menschen helfen.

Die über 950 gemeinnützigen Tafeln in Deutschland sammeln einwandfreie überschüssige Lebensmittel von Händlern und Herstellern und verteilen diese regelmäßig an mehr als 1,6 Millionen bedürftige Menschen im ganzen Land. Damit schaffen sie eine Brücke zwischen Verschwendung und Armut. Mit rund 60.000 Ehrenamtlichen, die sich bei den Tafeln engagieren, sind die Tafeln eine der größten sozial-ökologischen Bewegungen in Deutschland. Organisiert sind die Tafeln im Dachverband Tafel Deutschland e. V.

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