Die einen fasten und verschwenden, die anderen hungern

14.02.2018 | Pressemitteilung

In Deutschland werfen alle Haushalte jährlich 6,7 Millionen Tonnen Lebensmittel in den Müll. Pro Person sind das 82 Kilogramm. Demgegenüber stehen 12 Millionen von Armut betroffene Menschen. 1,5 Millionen von ihnen finden Unterstützung bei den Tafeln.

„Während die einen in den Wochen vor Ostern freiwillig fasten, sind Millionen Menschen ohne ausreichendes Einkommen in Deutschland gezwungen, sich vieles vom Mund abzusparen“, sagte Jochen Brühl, Vorsitzender von Tafel Deutschland. Parallel zur sozialen Ungleichheit steigt auch die unnütze Verschwendung von Lebensmitteln. „Ein ökologischer Irrsinn – ein soziales Desaster“, so Jochen Brühl weiter. „Die Vernichtung von Lebensmitteln ist nicht nur ein ethisches, sondern auch ein ökologisches Problem. Deshalb möchten wir zum Beginn der Fastenzeit dazu aufrufen, bewusst Innezuhalten und die eigenen Konsumgewohnheiten zu hinterfragen. Das öffnet den Blick auf die Überflussgesellschaft, denn diesen ignoranten Umgang mit Natur und Schöpfung kann sich niemand mehr leisten!

25 Jahre TAFEL in Deutschland.
Auch in Zukunft: Lebensmittel retten. Menschen helfen.

Die mehr als 930 gemeinnützigen Tafeln in Deutschland sammeln einwandfreie überschüssige Lebensmittel von Herstellern und Händlern und verteilen diese regelmäßig an bis zu 1,5 Millionen bedürftige Menschen in Deutschland. Damit schaffen sie eine Brücke zwischen Überfluss und Mangel. Mit rund 60.000 Ehrenamtlichen, die sich bei den Tafeln engagieren, sind die Tafeln eine der größten sozial-ökologischen Bewegungen in Deutschland. Organisiert sind die Tafeln im Dachverband Tafel Deutschland e. V.