Mehr Menschen in Lohn – aber ohne Brot

01.06.2017 | Pressemitteilung

Monatlich erreichen die Arbeitslosenzahlen neue Tiefststände. Laut Mitteilung von Ministerin Andrea Nahles am 1. Juni 2017 liegt die Zahl der Erwerbslosen aktuell bei 2,498 Millionen – der niedrigste Wert seit 26 Jahren.

Die Vermutung liegt nahe, dass mit mehr Erwerbstätigen die Bedürftigkeit abnimmt. Die gemeinnützigen Tafeln, die regelmäßig über 1,5 Millionen Bedürftige unterstützen, stellen jedoch eine entgegengesetzte Entwicklung fest: Die Nachfrage nach den Angeboten der Tafeln ist höher denn je. Besonders betroffen sind nach den Erfahrungen der über 930 Tafeln in Deutschland neben Arbeitslosen Menschen in Teilzeit oder geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen.

Selektive Wahrnehmung in der Politik

„Armut trotz Arbeit, das ist ein unhaltbarer Zustand. Umso schlimmer, dass die verantwortlichen Politiker nicht beide Seiten der Entwicklung in ihre Darstellung miteinbeziehen. Dabei ist offensichtlich, dass die Zahlen nicht die realen Zustände in Deutschland widerspiegeln“, kritisiert Jochen Brühl, Vorsitzender des Bundesverbands Deutsche Tafel e.V.

Handeln mit Plan statt Hurra ohne Perspektive

„Statistisch positive Entwicklung zu bejubeln, bringt niemanden weiter“, stellt Brühl weiter fest. Die Betroffenen, denen der Lohn offensichtlich nicht zum Leben reicht, brauchen konkrete Unterstützung, die sich an ihrer Lebensrealität orientiert und nicht an Zahlenkolonnen.

Die Tafeln in Deutschland: Lebensmittel retten. Menschen helfen.

Die mehr als 930 gemeinnützigen Tafeln in Deutschland sammeln einwandfreie überschüssige Lebensmittel von Herstellern und Händlern und verteilen diese regelmäßig an bis zu 1,5 Millionen bedürftige Menschen in Deutschland. Damit schaffen sie eine Brücke zwischen Überfluss und Mangel. Mit rund 60.000 Ehrenamtlichen, die sich bei den Tafeln engagieren, sind die Tafeln eine der größten sozial-ökologischen Bewegungen in Deutschland.


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