Armutsrenten als Damoklesschwert künftiger Rentengenerationen

12.04.2016 | Pressemitteilung | Armut

Laut heute veröffentlichten WDR-Berechnungen droht ab 2030 jedem zweiten Neurentner die Altersarmut. Knapp die Hälfte der Ruheständler wäre dann abhängig von staatlichen Grundsicherungsleistungen.
 
„Trotz jahrzehntelanger Erwerbsarbeit verdienen Menschen heute zu wenig, um ein armutsfestes Auskommen im Alter zu haben“, erklärt der Vorsitzende der deutschen Tafeln, Jochen Brühl.
 
Dieser Negativtrend zeichnet sich bei den Tafeln bereits seit fast 10 Jahren ab. Die Zahl der Senioren bei den Tafeln hat sich zwischen 2007 und 2014 verdoppelt. Mittlerweile sind 24 Prozent der Tafel-Kunden Menschen im nacherwerbsfähigen Alter. Die Gruppe der Rentner, die auf Hilfe durch die Tafeln angewiesen sind, wächst rapide und beläuft sich momentan auf etwa 360.000 Personen.
 
„Wenn das Rentenniveau nicht wieder angehoben wird, droht ein Großteil der Gesellschaft in der Altersarmutsfalle zu versinken. Für Menschen, die ihr Leben lang hart gearbeitet haben und zum Teil mehrere Jobs gleichzeitig bewerkstelligten oder zusätzlich Kinder erzogen haben, ist die Prognose Altersarmut verheerend. Das Damoklesschwert Armutsrenten darf nicht länger über künftigen Rentengenerationen kreisen. Ehrenamtsorganisationen wie Tafeln können diesen besorgniserregenden Trend nicht aufhalten, sondern allenfalls die Not des Einzelnen ein wenig lindern. Die Regierung ist gefordert, Maßnahmen zur Sicherung armutsfester Rentenniveaus zu etablieren“, so Brühl.