20. Bundestafeltreffen endet in Wiesbaden / Die Lange Tafel setzt ein Zeichen der Solidarität

07.06.2014 | Pressemitteilung | Ereignis

Das Bundestafeltreffen in Wiesbaden ging heute zu Ende. Drei Tage lang tauschten sich die rund 600 Vertreterinnen und Vertreter der 919 gemeinnützigen Tafeln gemeinsam mit Freunden und Förderern aus Wohlfahrt, Politik und Wirtschaft über die Arbeit der Tafeln aus.

Zum 20. Bundestafeltreffen hat der Bundesverband Deutsche Tafel e.V. eingeladen. In diesem Jahr waren die Wiesbadener Tafel, die Bad Schwalbacher-Taunussteiner Tafel und die Idsteiner Tafel Gastgeberinnen des Treffens. Neben der Mitgliederversammlung des Bundesverbandes standen Fortbildungen, ein „Markt der Möglichkeiten“ sowie eine festliche Abendveranstaltung auf dem Programm. Für die Tafel-Aktiven ging es darum, sich miteinander und mit Fachleuten über praktische Fragen der Tafel-Arbeit auszutauschen. Themen wie Lebensmittelrecht, Ernährungswissen sowie Wissenswertes zu Logistik und Öffentlichkeitsarbeit allgemein wurden im Rahmen des Weiterbildungsprogramms vermittelt. „Das Bundestafeltreffen ist für die Tafeln in Deutschland ein wichtiger Termin zum Erfahrungsaustausch, gerade aufgrund der Vielfältigkeit der Tafeln vor Ort. Wenn die gesamte Tafelbewegung zusammenkommt, merken wir aber vor allem, was uns eint: der Kampf gegen Lebensmittelverschwendung und Armut“, sagte der Vorsitzende des Bundesverbands Deutsche Tafel e.V. in Wiesbaden.

Lange Tafel beendet das Bundestafeltreffen 2014

Etwa 1.000 Menschen haben am Samstag an einer etwa 150 Meter langen Tafel auf dem Mauritiusplatz in Wiesbaden gemeinsam kostenlos zu Mittag gegessen. Die Lange Tafel bildet traditionell einen der Höhepunkte des Bundestafeltreffens und ist ein Zeichen für ein solidarisches Miteinander in der Gesellschaft. Hunderte Tafel-Aktive aus ganz Deutschland sowie Bürger aus Wiesbaden und Umgebung versammelten sich zum gemeinsamen Tafeln. Unter den Gästen war unter anderem der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Christian Schmidt. Der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Wiesbaden, Sven Gerich, und der Landrat des Rheingau-Taunus-Kreises, Burkhard Albers waren die Schirmherren des diesjährigen Bundestafeltreffens. „Das 20. Bundestafeltreffen in Wiesbaden hat einmal mehr die wichtigen Themen Lebensmittelverschwendung und Armut – im wahrsten Sinne des Wortes – auf den Tisch gebracht. Dafür und für ihr großartiges Engagement danke ich allen Tafelmitarbeitern und -förderern nochmals von Herzen und hoffe, Sie kommen gerne wieder in die hessische Landeshauptstadt“, so Gerich.

Bundesminister Schmidt würdigte in seinem Grußwort die über 20jährige Arbeit der Tafeln und legte zugleich den Finger in die Wunde: „Wer die Tafeln für erfolgreiches Arbeiten lobt, muss auch eingestehen, dass ohne das Engagement der Tafel-Aktivisten noch mehr Lebensmittel vernichtet würden. Die Tafeln schlagen hier eine Brücke zwischen Überfluss und Mangel.“

Wiesbadener Sportwette gewonnen: über 10.000 Tore für die Tafeln

Während der Langen Tafel wurde das Ergebnis der Sportwette „Torhungrig – wir gehen für die Tafeln in die Offensive“ bekannt gegeben. Die Schirmherren Gerich und Albers hatten gewettet, dass die Herren-Mannschaften der Fußballkreise Wiesbaden und Rheingau-Taunus zusammen bis zu 9.500 Tore in der zu Ende gehenden Saison schießen würden. Brühl hatte dagegen gewettet, dass es sogar mehr Tore sein würden. Der finale Torstand wurde von Kreisfußballwart Rüppel bekanntgegeben. Die beachtliche Summe von 10.411 Toren wurde erreicht. Die Torschützenkönige unter den Mannschaften waren der FC Maroc II und der 1. FC Hettenhain, die 139 und 112 Treffer für die Tafeln erzielten.

„Ich habe schon beim Einschlagen der Wette gesagt, dass ich eigentlich nicht gerne verliere“, sagt Wiesbadens Oberbürgermeister Sven Gerich. „Aber in diesem Fall sieht das natürlich anders aus: Ich freue mich auf meinen Einsatz bei der Wiesbadener Tafel.“ Landrat Albers wird einen Tag lang eine Tafel im Rheingau-Taunuskreis unterstützen: „Sven Gerich und ich haben natürlich gehofft, dass mehr als 9.500 Tore geschossen werden. Meinen Wetteinsatz löse ich gerne ein.“

Die Rewe Group als langjähriger Unterstützer der Tafeln hatte sich im Vorfeld bereit erklärt, zusammen mit Rewe und Penny für jedes geschossene Tor zwei Kilogramm langhaltbare Lebensmittel an die gastgebenden Tafel zu spenden. Der Lebensmittelkonzern legte sogar noch einen drauf und so kamen über 24 Tonnen Lebensmittel zugunsten der Tafeln zusammen.

Die Spende wurde heute bei der Langen Tafel an die gastgebenden Tafeln überreicht.