Von 1 auf 767: Fünfzehn Jahre Tafeln in Deutschland

20.02.2008 | Pressemitteilung | Verband

Am 22. Februar 1993 nahm die Berliner Tafel die Arbeit auf

Seit mittlerweile 15 Jahren bauen die Tafeln in Deutschland mit gespendeten Lebensmitteln eine Brücke zwischen Überfluss und Mangel in der Gesellschaft. Am 22. Februar nahm mit der Berliner Tafel die erste Hilfsorganisation ihrer Art die Arbeit auf. Die Idee, verzehrsfähige aber den Gesetzen der Marktlogik nach überschüssige Lebensmittel einzusammeln statt zu vernichten und an bedürftige Menschen zu verteilen, breitete sich schnell aus. Bis heute sind bundesweit 767 Tafeln entstanden.


„Wir werden das Jubiläumsjahr zum Anlass nehmen, mit allen unseren Mitteln auf die wichtige Arbeit der Tafeln aufmerksam zu machen. Und auf das, wofür sie stehen: eine erschreckend große Zahl armer Menschen in einem wohlhabenden Industrieland. Aber auch für ein bemerkenswertes bürgerschaftliches Engagement von Bürgerinnen und Bürgern aller gesellschaftlichen Gruppen sowie kleiner wie großer Unternehmen“, sagt Gerd Häuser, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Deutsche Tafel e.V.


Ihren Ursprung hat die Idee in den USA. „City Harvest“ heißt dort die Organisation, die zum Vorbild für die Initiativgruppe Berliner Frauen e.V. wurde, aus der die Berliner Tafel  hervorging. Die Vereinigung hatte es sich nach einem Vortrag der damaligen Sozialsenatorin Ingrid Stahmer über ‚Obdachlosigkeit in Berlin’ zum Ziel gesetzt, den Wohnungslosen in der Hauptstadt zu helfen. Das Konzept der New Yorker City Harvest schien ihnen hierfür bestens geeignet.


Der Name „Tafel“ wurde sehr bewusst ausgewählt. „Wir wollten damit zum Ausdruck bringen, dass es bei unserer Arbeit um mehr ging und geht als Menschen satt zu machen“, erklärt Sabine Werth, eine der Gründerinnen der Berliner Tafel und bis heute deren Vorsitzende. „Es ging uns von Anfang an um gesellschaftliche Teilhabe. Wir wollten denen, die es sich nicht leisten können, eine Tafel decken und damit dazu beitragen, dass sich alle für ihre weniger begüterten Mitmenschen ihrer Stadt einsetzen.


Mit einer Pressekonferenz am 22. Februar 1993 begann die Geschichte der Berliner Tafel und somit die der Tafeln in Deutschland. Es folgten Tafel-Gründungen in anderen großen deutschen Städten wie Hamburg, München, Dresden, Düsseldorf u.v.a.m.