Aktionstag der Tafeln gegen Armut und soziale Ausgrenzung

30.09.2010 | Pressemitteilung | Verband

Bundesweit werden sich am Samstag zahlreiche Tafeln am 4. Deutschen Tafeltag beteiligen. Mit vielfältigen Aktionen wollen sie ein Zeichen setzen gegen Armut und soziale Ausgrenzung. Zum Auftakt des bundesweiten Aktionstages fordert der Bundesverband Deutsche Tafel e.V. eine konsequentere Bekämpfung der Armut. Anlässlich des 4. Deutschen Tafeltages am Samstag (2.10.10) hat der Bundesverband Deutsche Tafel e.V. vor einer drohenden sozialen Spaltung der Gesellschaft gewarnt. „Die Gegensätze zwischen Arm und Reich haben sich in den letzten Jahren vergrößert“, sagte der Vorsitzende des Verbandes, Gerd Häuser, am Donnerstag bei der Auftaktveranstaltung in Berlin. Studien zeigten, dass sowohl die Zahl der Einkommensarmen als auch die Zahl der Reichen gestiegen seien. Mehr als eine Million Menschen nähmen die Unterstützung der Tafeln in Anspruch.


Der Vorsitzende des Verbandes forderte von der Bundesregierung eine konkrete Strategie zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung. „Es genügt nicht, nur die „Hartz-IV“-Regelsätze zuerhöhen: Eine erfolgreiche Sozialpolitik müsste verhindern, dass Armut überhaupt entsteht“, betonte Häuser. Deshalb sei unter anderem die Berufung eines Beauftragten für die Bekämpfung der Armut notwendig, der die staatlichen und gesellschaftlichen Bemühungen zur Verhinderung von Armut vernetzen und effektiver gestalten könnte. Zudem müsse ein Mindestlohn eingeführt werden, damit Beschäftigte von ihrer Arbeit auch leben könnten. „Es muss Perspektiven für alle geben in unserer Gesellschaft, sonst wird sich die soziale Spaltung weiter fortsetzen“, sagte Häuser.

Der Vorsitzende des Bundesverbandes dankte den überwiegend ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern sowie den zahlreichen Spendern und Sponsoren der Tafeln für ihre Unterstützung. „Tafeln sind ein Beispiel für eine solidarische Bürgergesellschaft“, betonte Häuser. Die gestiegene Zahl der Tafeln zeuge davon, dass in Deutschland mehr Bürgerinnen und Bürger bereit seien, sich für Mitmenschen zu engagieren. „Aber die zusätzliche Unterstützung der Tafeln darf nicht zur Selbstverständlichkeit werden“, stellte Häuser klar: „Die Sicherung eines menschenwürdigen Auskommens ist und bleibt Aufgabe des Staates. Es darf nie so weit kommen, dass Not leidende Menschen allein auf die Tafeln angewiesen sind! Der Staat darf das freiwillige Engagement seiner Bürger nicht missbrauchen.“

Tafeln im gesamten Bundesgebiet werden sich am Samstag mit eigenen Veranstaltungen am Aktionstag der Tafeln beteiligen. Darunter sind Lange Tafeln, Tage der offenen Tür, Ausstellungen und Podiumsdiskussionen. Ziel ist es, öffentlich auf Armut in Deutschland aufmerksam zu machen, über die Arbeit der Tafeln zu informieren und für bürgerschaftliches Engagement zu werben. Viele Aktionen stehen im Zeichen des Europäischen Jahres zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung. Der Deutsche Tafeltag findet jedes Jahr am Samstag vor Erntedank statt.