500 Tafeln helfen 500.000 bedürftigen Menschen in Deutschland mit Lebensmittelspenden

30.09.2005 | Pressemitteilung | Verband

Als die 500. Tafel in Deutschland im bayrischen Hof ihre Pforten öffnete, warteten 300 Menschen auf die gespendeten Lebensmittel. Der Gründungsboom bei den Tafeln, vom Magazin stern als die größte soziale Bewegung der 90er Jahre bezeichnet, ist ungebrochen. „Die Neugründung in Hof ist kein Einzelfall“, sagt der Vorsitzende des Bundesverbandes Deutsche Tafel e.V., Frank Müller-Penzlin. „Die Zuwachsraten  sind zweistellig, über 130 Gründungsanfragen liegen uns vor.“


Die in Hof ehrenamtlich Engagierten haben in Deutschland über 25.000 Mitstreiter. „Die Zunahme bürgerschaftlichen Engagements bei den Tafeln ist vielleicht symptomatisch für eine neue Solidarität in unserer Gesellschaft“, versucht Müller-Penzlin den anhaltenden Boom zu erklären.
Rund 500.000 Menschen werden inzwischen in Deutschland täglich von den Tafeln unterstützt – mit steigender Tendenz.  Bereits wenige Wochen nach der Eröffnung kommen zur Hofer Tafel ca. 450 Menschen.


„Das Verteilen von Brot an Bedürftige darf die Politik aber nicht aus der Verantwortung entlassen, die Ursachen von Armut und Benachteiligung zu bekämpfen“, meint der Bundesvorsitzende. „Die Ehrenamtlichen der Tafeln  können und wollen nicht die wegbrechenden Sozialleistungen für sozial und wirtschaftlich Benachteiligte ersetzen. Wir sind nur in der Lage das zu verteilen, was uns als Lebensmittelspende zur Verfügung gestellt wird.“ Ein Ziel der Tafeln sei es, die Lebensqualität von Menschen in Armut zu verbessern, so Müller-Penzlin.


Die Tafeln sammeln Lebensmittel von Supermärkten und Herstellern ein, die wirtschaftlich nicht mehr zu verwerten sind und geben diese an Bedürftige weiter. Durch zunehmende Armut sind immer mehr Menschen auf diese Form der Unterstützung angewiesen. Nach einer Schätzung des Bundesverbandes Deutsche Tafel e.V. sind 25% der Tafelkunden Kinder.


Der Bundesverband Deutsche Tafel e.V. vertritt die Interessen der Tafeln in Deutschland. 1993 wurde in Berlin die erste Tafel in Deutschland gegründet.


Die Tafeln haben es sich zur Aufgabe gemacht, überschüssige Lebensmittel einzusammeln und diese an bedürftige Menschen zu verteilen. Große und kleine Unternehmen, Lebensmittelhändler sowie viele Bürgerinnen und Bürger unterstützen die Arbeit der Tafeln nach dem Motto „Jeder gibt, was er kann“.