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(Sinnlose) Lebensmittelvernichtung - die Tafeln arbeiten dagegen

Zu groß, zu klein, zu unförmig: In Deutschland landet fast die Hälfte aller produzierten Lebensmittel auf dem Müll. Das meiste davon, bevor es unseren Esstisch erreicht. Experten sprechen allein in Deutschland von bis zu 20 Millionen Tonnen genießbarer Lebensmittel 500.000 LKW-Ladungen, die jährlich vernichtet werden im Gegenwert von über 20 Milliarden Euro. Zu den im Durschnitt 81 Kilogramm erzeugten Lebensmitteln, die Privatverbraucher in die Tonne werfen, kommen (bisher kaum erfasste) Verluste von Lebensmitteln, die bei der Produktion, in der Nacherntephase, in der Gastronomie und im Handel sowie bei Transport, Verarbeitung und Lagerung anfallen.

Gründe dafür, dass qualitativ einwandfreie Lebensmittel im Müll landen, gibt es viele: Auf Seiten der Verbraucher z.B. zu viel gekaufte oder gekochte Ware oder in Kühlschrank und Vorratskammer vergessene Lebensmittel, vor allem Obst und Gemüse, Backwaren und Reste gekochter Speisen.
Ein weiterer Grund für die Vernichtung genießbarer Lebensmittel ist das abgelaufene Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD). Es gibt den Zeitpunkt an, bis zu dem ein Lebensmittel unter angemessenen Aufbewahrungsbedingungen seine spezifischen Eigenschaften wie Geruch, Farbe und Geschmack behält. Mit Ablauf des MHD ist ein Produkt jedoch nicht automatisch verdorben: Viele Lebensmittel können weit darüber hinaus bedenkenlos verzehrt werden. Anders beim Verbrauchsdatum: Damit gekennzeichnete Ware wie frisches Fleisch und Fisch dürfen nach dessen Ablauf nicht mehr verzehrt werden.

Auf dem Weg von der Produktion zum Verbraucher sind in erster Linie Gesetzes- und Handelsnormen sowie Transportverluste die Ursache für die Vernichtung wertvoller Lebensmittel. Sie zwingen z.B. Hersteller dazu, qualitativ gute Ware auszusortieren, weil diese optisch nicht der Norm entsprechen wie lange die berühmte krumme Gurke.


Wert von Lebensmitteln wieder schätzen lernen

Lebensmittel gibt es scheinbar im Überfluss. Und sie sind vergleichsweise billig. Sonderangebote und Aktionspackungen verführen zum Kauf immer neuer Genüsse.  In unserer Wohlstandsgesellschaft ist daher bei Vielen das Bewusstsein für den Wert von Lebensmitteln verloren gegangen: Nahrungsmittel, die früher allesamt genutzt wurden Brot vom Vortag, Gemüse mit kleinen Schönheitsfehlern, Verpackungen mit Schrammen werden heute oft einfach durch neu Gekauftes ersetzt.

Doch in jedem Lebensmittel stecken eine Menge wertvolle Ressourcen: Wasser, Rohstoffe, Energie, Arbeitskraft. Die Erzeugung von Nahrungsmitteln verursacht zudem klimaschädliche Treibhausgase und belastet Böden, Luft und Grundwasser. Wenn sie im Müll landen, war aller Einsatz umsonst.


Die Tafeln: Einsatz gegen sinnlose Lebensmittelvernichtung

Die Tafeln setzen sich seit ihrer Gründung dafür ein, dass aufwändig erzeugte Lebensmittel dorthin gelangen, wo sie hingehören: in den Magen eines Menschen. Neben ihrer täglichen Arbeit machen sie Verbraucher mit verschiedenen Aktionen auf die Möglichkeiten aufmerksam, die Vernichtung einwandfreier Lebensmittel zu vermeiden. Zusätzlich vermitteln sie mit Kinderkochkursen, Kita- und Schulprojekten Ernährungswissen von Anfang an. Nicht zuletzt weisen die Tafeln auch die Verantwortlichen in der Politik immer wieder auf ihre Pflicht hin, durch Gesetzesänderungen bessere Rahmenbedingungen zu schaffen.

Inzwischen hat auch Politik erkannt, dass es Zeit ist, gegen das Ausmaß der Lebensmittelverschwendung anzugehen. Bis deren Maßnahmen tatsächlich greifen, dürfte jedoch noch etwas Zeit vergehen. In der Zwischenzeit bleibt nur jedem, sich an die eigene Nase zu fassen und seinen Beitrag dazu zu leisten, dass wertvolle Lebensmittel verwendet, und nicht verschwendet werden. Getreu dem Tafel-Motto: Essen, wo es hingehört.



 
           
               
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