Kontakt: Mitglieder
Silke Stoof
Tel.: (030) 200 59 76-11
E-Mail: stoof@tafel.de
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Das Leitbild der Tafeln in Deutschland

Wir stehen dafür ein, dass sich unser Handeln an den Werten Nachhaltigkeit,
Humanität, Gerechtigkeit, Teilhabe und sozialer Verantwortung ausrichtet.

Nachhaltigkeit:
Lebensmittel werden unter großem Aufwand produziert.
Lebensmittel sind wertvoll. Und wir treten dafür ein, dass die Vernichtung von
Lebensmitteln vermieden wird: „Essen, wo es hingehört“.

Humanität: Jedem bedürftigen Menschen wird unabhängig von seiner Herkunft,
seinen Möglichkeiten und Grenzen mit Respekt begegnet; seine Würde wird
geachtet.

Gerechtigkeit und Teilhabe:
Jeder Mensch soll Chancen zur persönlichen,
kulturellen, sozialen, schulischen und beruflichen Entfaltung erhalten.

Soziale Verantwortung: Tafeln übernehmen durch ihr Handeln soziale
Verantwortung und erinnern die Gesellschaft an ihre Verpflichtung gegenüber
bedürftigen und ausgegrenzten Menschen.

Der Bundesverband Deutsche Tafel e. V. ist Interessenvertretung und Dienstleister seiner Mitglieder. Die Mitglieder des Bundesverbandes Deutsche Tafel e. V. sind eigenständige, gemeinnützige Tafeln als Verein oder Tafeln in Trägerschaft.

Vom Grundgedanken der (Wohltätigkeit) Hilfe für Bedürftige ausgehend, wird in
Tafeln grundsätzlich ehrenamtliche Arbeit geleistet. Sie kann – wenn möglich und notwendig – unterstützt werden durch unterschiedlich finanzierte und geförderte Mitarbeiter.

Die zentrale Aufgabe der Tafeln ist, überschüssige Lebensmittel, die nach den
gesetzlichen Bestimmungen noch verwertbar sind, sowie Waren des täglichen
Bedarfs zu sammeln und diese an Bedürftige abzugeben. Der Zukauf von
Lebensmitteln ist für Tafeln ausgeschlossen. Die Abgabe erfolgt kostenlos oder
gegen einen geringen Betrag. Die Tafeln arbeiten überparteilich und
überkonfessionell. Aus jeweils unterschiedlichen weltanschaulichen, religiösen,
fachlichen oder persönlichen Motiven engagieren sich die Mitarbeiter der Tafeln in humanitärer Verantwortung und streben nach Verbesserung der Lebensqualität für wirtschaftlich und sozial benachteiligte Menschen. Die Tafeln geben den betroffenen Menschen Gesicht und Stimme.

Die Tafeln sind eine neue soziale Bewegung, die praktizierte Wohltätigkeit
(ehrenamtliches Engagement) mit der Wohlfahrtspflege für bedürftige Menschen verbindet. Beide Grundgedanken - Wohltätigkeit und Wohlfahrtspflege - fließen stets in unsere Arbeit vor Ort ein.

Wir sehen die Verbindung zwischen Wohltätigkeit und Wohlfahrtspflege als eine Antwort auf die Herausforderungen eines grundlegenden und weitreichenden Wandels, der unsere Gesellschaft in vielen Bereichen verändert.
Der Bundesverband und seine Mitglieder unterstützen bürgerschaftliches
Engagement und Selbsthilfe, sie ermöglichen es Wirtschaftsbetrieben, ihre
gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen. Aktive Unterstützung birgt
Chancen, Herausforderungen und Potentiale, die wir fördern, annehmen und nutzen.

Tafeln sind eigenständige Organisationen. Sie pflegen eine partnerschaftliche
Zusammenarbeit in den Regionen, in Ländern und im Bundesverband.
Tafeln respektieren und tolerieren unterschiedliche Tafelmodelle. Tafelarbeit ist
durch Transparenz gekennzeichnet. Zum Wohle der Betroffenen arbeitet die
Tafelorganisation mit gesellschaftlich relevanten Akteuren und Organisationen
zusammen. Die Tafeln achten stets darauf, die Qualität ihrer Arbeit zu verbessern.

Die Verhinderung von Armut ist vorrangig eine staatliche Aufgabe. Tafel-Arbeit
entbindet den Staat nicht von seiner Daseinsfürsorgepflicht. Tafeln arbeiten nicht im öffentlichen Auftrag. Die Tafeln stellen sich aber der gesamtgesellschaftlichen Aufgabe, die negativen Folgen von Armut zu lindern. Tafeln nutzen aktiv die Angebote von Spendern, Sponsoren und gesellschaftlich relevanten Unterstützern.

Tafeln reagieren auf gesellschaftliche Veränderungen. Sie ergänzen durch ihren
neuen Ansatz sozialer Arbeit die Angebote der Wohlfahrtsverbände.
Sie unterstützen und wirken durch bürgerschaftliches Engagement und Selbsthilfe. Sie nutzen die Bereitschaft zur Übernahme von sozialer Verantwortung, die in zunehmender Weise bei Privatpersonen, Institutionen, kleinen und großen Unternehmen sichtbar wird, zur Verbesserung der Lebensumstände von bedürftigen Menschen. Sie unterstützen Initiativen, die auf diese Stärkung der aktiven Bürgerschaft und Selbsthilfe ausgerichtet sind.



Das Leitbild wurde am 22. Juni 2012 von der Mitgliederversammlung des Bundesverbandes Deutsche Tafel e.V. in Suhl beschlossen.



 
           
               
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